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Gbureks Geld-Geklimper: Die Logik der Börse

Kolumne von Manfred Gburek

Kursgewinne trotz Konjunkturflaute, Kreditklemme trotz Niedrigstzinsen, wie reimt sich das? Eine aktuelle Bestandsaufnahme, Überraschungen inbegriffen.

Die 5000 Punkte hat der Dax Quelle: dpa
Die 5000 Punkte hat der Dax längst übersprungen. Aber wie geht es weiter? Quelle: dpa

Der Deutsche Aktienindex Dax hat sich inzwischen schon über 43 Prozent von seinem Tief im März erholt und tendiert nach wie vor aufwärts, was steckt dahinter? Börsianer, die Aktien aufgrund von traditionellen Kriterien antizyklisch nach dem Top-Down-Prinizip (erst Makro, dann Mikro) gekauft haben, wissen es; sie müssten zurzeit ihre helle Freude an der Kursentwicklung haben. Denn Makro, also der volkswirtschaftliche Datenkranz, strotzt nur so vor positiven Fakten: Zinsen niedrig, Inflationsrate abgeschmolzen, der Verbraucherpreisindex jetzt sogar leicht im Minus, die Konjunkturindizes und Stimmungsindikatoren von ifo, ZEW, GfK und anderen sehr freundlich, konjunkturelle Impulse aus Asien und Dax-Ausreißer nach oben, die immer wieder auch andere Aktien mitziehen. Eine Momentaufnahme zur Wochenmitte: Siemens plus 48 Prozent, BASF plus 65, Daimler plus 79 und Deutsche Bank sogar plus 167 Prozent von ihrem Tief Ende Februar bzw. Anfang März abgehoben, also in gerade mal fünf Monaten.

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Der Fall Deutsche Bank

Doch was ist mit Mikro, den betriebswirtschaftichen Daten der Aktiengesellschaften? Sie verbergen sich zwar noch überwiegend hinter einem Schleier, aber ab und zu kommen bereits Zahlen zum Vorschein, die zunächst zur Bestätigung der guten Stimmung beizutragen scheinen. Wie die der Deutschen Bank, die gerade ihren üppigen Gewinn aus dem zweiten Quartal bekannt gab. Allerdings fiel ihr Kurs daraufhin, und das sogar recht kräftig. Unter Börsianern gilt so etwas üblicherweise als normal: Ein positves Ergebnis wird offiziell bestätigt, und schon nehmen sie ihre Kursgewinne mit. Im Fall Deutsche Bank kommt indes noch ein weiterer Faktor hinzu, der die starke negative Kursreaktion rechtfertigt: die hohe Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Sie beträgt eine Milliarde Euro im zweiten Quartal 2009, verglichen mit nur 135 Millionen Euro im zweiten Quartal 2008. Dahinter steckt vor allem die Befürchtung, es könnte zu Kreditausfällen kommen.

Spätestens beim Gedanken daran wird es den Makro-Optimisten doch etwas mulmig. Denn die Erwartung von Kreditausfällen bedeutet ja nichts anderes, als dass mehr und mehr Unternehmen pleite gehen werden. Aber ist das nicht ein Widerspruch dazu, dass die Deutsche Bank zuletzt beim Handel mit festverzinslichen Papieren, also mit verbrieften Krediten, ein blendendes Geschäft gemacht hat? Bestimmt nicht, denn der Handel birgt im Gegensatz zur direkten Kreditvergabe für die Bank kein nennenswertes Risiko.

Die böse Kreditklemme

Eine Bemerkung in ihrem neuen Quartalsbericht macht jedoch stutzig: Sie konstatiert "ein besseres Marktumfeld für die Emission hochverzinslicher Anleihen". Das bedeutet im Klartext: Unternehmen - und gewiss auch der eine oder andere Staat - müssen hohe Zinsen als Ausgleich für die von ihnen selbst eingegangenen und die von außen auf sie zukommenden Risiken zahlen.

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.08.2009, 23:05 UhrAnonymer Benutzer: Rienzi

    Wenn man sich die Kursentwicklungen des Dow Jones in den Jahren 1929-32 ansieht, dann geschah ähnliches. 1932 war er auf minus 55% und stieg dann in kurzer Zeit um 101%. Solche "Flacker-Evolutionen" sind typisch für Wirtschaftskrisen schweren Ausmasses.

  • 03.08.2009, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: Christian

    ...es gibt keine Logik an den börsen...

  • 31.07.2009, 22:34 UhrAnonymer Benutzer: Xaver

    Der Lumpi darf heute nicht Gassi gehen..

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