Gbureks Geld-Geklimper: Was Euro, Dollar und Goldpreis bewegt

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Währungen und der Goldpreis sind miteinander verzahnt

Kolumne von Manfred Gburek

An den Devisenmärkten tobt eine Art Währungskrieg: Während der Euro mangels politischer Union in Europa Schwächen offenbart, soll der Dollar stark erscheinen, um US-Interessen zu untermauern. Derweil setzt China auf Gold, aber anders als bisher bekannt.

Wie legen reiche Leute, im Jargon der Finanzbranche High Networth Individuals genannt, ihr Geld an? Dieser Frage gehen die Citibank und das Beratungsunternehmen Knight Frank regelmäßig im Wealth Report nach. Ihre jüngsten Ergebnisse sind besonders aufschlussreich, weil sie schon die Auswirkungen der Wirtschaftskrise berücksichtigen. Demnach haben die Reichen, gemessen am internationalen Durchschnitt, rund ein Drittel ihres Geldes in Immobilien angelegt (in Europa sogar fast die Hälfte), knapp ein Viertel in Aktien, 17 Prozent in Cash, 13 Prozent in Anleihen und - erst nach allerlei exotischen Anlagen, wie Hedgefonds und Derivaten, nur 0,5 Prozent in Gold.

Warum der Euro attackiert wird

Zum Vergleich: Die offiziellen Währungsreserven Chinas bestehen laut Interessenverband World Gold Council (WGC), Stand März 2010, zu 1,6 Prozent aus Gold; der Großteil entfällt auf US-Dollar, dazu nachher mehr. Und noch ein Vergleich: Die offiziellen Währungsreserven Griechenlands sind zu 73,2 Prozent in Gold angelegt. Dieser hohe Anteil erscheint zwar in einem anderen Licht, wenn man bedenkt, dass sich dahinter nur 112,4 Tonnen Gold verbergen, während beispielsweise Chinas Anteil von 1,6 Prozent 1054,1 Tonnen repräsentiert. Aber bedingt durch die letzten Ereignisse aus Anlass der Euro-Krise könnte das griechische Gold, psychologisch betrachtet, doch noch erheblich an Bedeutung gewinnen.

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Griechische Sparer zogen im Januar und Februar acht Milliarden Euro von den Banken ab. Just als diese Meldung die Runde machte und bei manchen Marktteilnehmern schon Angst um die Sicherheit des Bankensystems aufkommen ließ, goss der Provider Market News International Öl ins Feuer: Indem er verbreitete, die griechische Regierung wolle das gerade erst von der EU geschnürte Hilfspaket modifizieren, um den Internationalen Währungsfonds außen vor zu lassen. Das Timing dieser Meldung fiel sicher nicht zufällig in die asiatische Zeitzone, in der solch starker Tobak wegen des geringeren Handels eine größere Marktwirkung erzielt als etwa während der mitteleuropäischen Zeit. Daraus schloss Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank: „Die hinsichtlich der aktuellen Datenlage als kriminell einzuschätzende Energie, die hier offenbar wird, ist nicht zu unterschätzen. Sie ist auf Basis des gesunden Menschenverstandes denjenigen Kräften zuzuschreiben, die die Attacken gegen den Euro bereits in der Vergangenheit ritten und reiten und damit ihre Positionierung (auch im weiteren Sinne) verteidigen.“

Attacke auf den Euro

Nicht von ungefähr fiel die jüngste Anti-Euro-Attacke zeitlich fast mit der Ankündigung der US-Notenbank Fed zusammen, man wolle die Zinsen über längere Zeit auf dem schon seit Monaten bestehenden extrem niedrigen Niveau lassen. Daraus und aus den Manipulationsversuchen gegen den Euro ergibt sich: 1. Die USA wollen um fast jeden Preis erreichen, dass das Vertrauen in den Dollar nach der langen Schwächephase im Vergleich zum Euro wiederhergestellt wird, auch wenn ihre Zinsen niedrig bleiben. 2. Offensichtlich haben Hedgefondsmanager und andere Großspekulanten rechtzeitig Wind davon bekommen, sodass sie jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um den Euro zu attackieren.

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