Geldanlage: Aktien mit Potenzial

Geldanlage: Aktien mit Potenzial

Bild vergrößern

Ende 2007 notierte der Börsenindex Dax noch bei mehr als 7000 Punkten

von Christof Schürmann

Aktien sind attraktiv, vor allem aus Mangel an Alternativen. Wer die richtigen Papiere mit Potenzial oder hoher Dividende auswählt, sollte damit gut fahren.

Die meisten Jugendlichen wollen von Aktien die Finger lassen, offenbart die jüngste Jugend-Studie des Ölkonzerns Shell. Die Einstellung ist nachvollziehbar, nach zwei Börsencrashs binnen nicht einmal zehn Jahren und einem Kursniveau des Dax, das dieser auch 1998 schon einmal erreichte. Wer vor zwölf Jahren sein Geld in festverzinsliche Wertpapiere statt in Aktien gesteckt hätte, könnte sich heute über ein mehr als verdoppeltes Vermögen freuen. Mit der Strategie, Aktien zu kaufen und über ein Jahrzehnt einfach zu behalten, hätten Anleger dagegen nichts verdient. Und in Zukunft?

Wer heute für zehn bis zwölf Jahre auf Zinspapiere mit einer hohen Rückzahlungswahrscheinlichkeit setzt, würde sein Vermögen nur um 40 Prozent steigern, nach Steuern nicht einmal um ein Drittel. Ob Aktien im Durchschnitt besser abschneiden werden, kann niemand seriös beantworten. Deshalb kommt es für Anleger darauf an, einigermaßen rechtzeitig vor einem Börsenabsturz Aktien zu verkaufen und einigermaßen nahe vor einem Börsenaufschwung wieder einzusteigen.

Anzeige

Noch nicht umschichten

Nach einem Plus im Dax von 70 Prozent seit März 2009 sind die Börsen sicher nicht an einem Tief, mangels ordentlicher Zinsen auf Festgelder oder bei Anleihen dürften bereits investierte Anleger ihr Geld aber noch nicht umschichten. Großer Abgabedruck auf Aktien ist deshalb nicht zu erwarten. Eine Telekom-Aktie etwa lockt mit 7,8 Prozent Dividendenrendite – dem 3,4-fachen jährlichen Ertrag einer zehnjährige Bundesanleihe. Zugegeben: Mit der T-Aktie kaufen sich Anleger auch Kursrisiken ein, bei einer Bundesanleihe erhalten Anleger am Ende der Laufzeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ihren Einsatz zurück.

Die Kursrisiken von Aktien sind umso höher, je geringer ein Unternehmen an der Börse kapitalisiert ist. Wegen der besseren Handelbarkeit fiel eine Telekom im Crash nicht so stark wie der Kurs des heimischen Konkurrenten United Internet. Im Aufschwung jedoch ziehen Nebenwerte häufig stärker an als die Aktien der Großkonzerne, weil sie wegen des vorherigen stärkeren Absturzes eine günstigere Bewertung aufweisen. Der Aktienkurs des Automobilzulieferers ElringKlinger etwa hat sich vom Tief vervierfacht, die schwere BMW-Aktie dagegen nur verdreifacht, nachdem sie im Crash weniger gefallen war.

Richtig mischen

Generell bewegen sich Aktien, gemessen an den üblichen Maßstäben wie Gewinn- und Umsatzkennzahlen und Dividendenrendite, im Rahmen ihrer historischen Durchschnittswerte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax liegt für 2011 bei 11,3, das geschätzte Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 0,64, die erwartete Ausschüttungsrendite bei 3,5 Prozent. Anleger dürften mit einer Mischung aus liquiden Dax-Aktien und einigen Nebenwerten mit höherer Gewinnchance, bei denen jeweils verlustbegrenzende Stoppkurse gesetzt werden sollten, gut fahren (siehe Shortfacts).

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%