Geldanlage: Dollar drückt Goldgewinne - Seite 2

Geldanlage: Dollar drückt Goldgewinne

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Tabelle: Kursentwicklung Gold
Tabelle: Kursentwicklung Gold

Eins sollten Anleger generell wissen: Ein Zertifikat, ob nun Gold oder Weizen draufsteht, ist im Kern ein verbriefter Kredit an die Emittentin, in der Regel eine Bank. Was der Anleger bekommt, hängt zwar davon ab, wie der Goldpreis sich entwickelt. Die Bank ist aber nicht verpflichtet, das Geld der Anleger in Gold zu investieren – weder am Terminmarkt noch physisch. Geht die Emissionsbank pleite, läuft der Besitzer eines Goldzertifikats Gefahr, seinen kompletten Einsatz zu verlieren. Aktuell scheint dieses Risiko keine Rolle zu spielen. Wie schnell sich das ändern kann, war im Herbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, zu beobachten.

Anleger, die schon bald mit einer zweiten Welle der Finanzkrise rechnen, sollten Zertifikate eher meiden. Auf lange Sicht zählt Substanz – und eine Unze Gold sind immer 31,1 Gramm, auch wenn die Finanzwelt in Trümmer fällt.

Kurzzeitig gehen Anleger mit Papieren solventer Banken aber kein halsbrecherisches Risiko ein. Liegen die Prämien für die Kreditversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) der Banken unter 1,0 Prozent, gelten die Emittenten als vergleichsweise sicher. 1,0 Prozent heißt, dass es pro Jahr ein Prozent Prämie kostet, eine Forderung gegen die Bank am CDS-Markt abzusichern. Die vier in der Tabelle genannten Banken haben derzeit CDS-Werte zwischen 0,6 und 0,9 Prozent.

China schielt auf IWF-Gold

China, Russland und Indien stellen ihre Währungsreserven durch Kauf von Gold auf eine breitere Basis. So hatte China im Frühsommer bekannt gegeben, seine Goldreserven seit 2003 um 454 Tonnen auf 1054 Tonnen aufgestockt zu haben. Im Oktober kaufte die indische Zentralbank dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 200 Tonnen Gold ab. Für die verbliebenen 203 Tonnen IWF-Gold, die noch zum Verkauf stehen, wird China als potenzieller Käufer gehandelt. Russland kündigte zwar an, 25 Tonnen Gold zu verkaufen, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Allerdings stockte Moskau seine Bestände seit Anfang 2007 auch um 170 Tonnen auf. Die Notenbanken der Industrieländer schließlich verkauften in diesem Jahr von laut Notenbankabkommen maximal möglichen 500 Tonnen nur 150 Tonnen. In der Neuauflage des Abkommens wurde das Verkaufslimit auf 400 Tonnen pro Jahr reduziert. Klammert man den IWF aus, so sei es gar denkbar, dass sich Zentralbanken in den nächsten Jahren zu Nettokäufern am Goldmarkt wandelten, mutmaßt Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoffresearchs bei der Commerzbank.

Kompensiert wird das schrumpfende Angebot der Notenbanken zum Teil durch Altgold. Der Preisanstieg zu Jahresbeginn, aber auch die kollabierende Weltwirtschaft brachten viele Menschen dazu, Teile ihres Goldes zu verkaufen. Der neue Höhenflug des Goldpreises könnte erneut dafür sorgen, dass Goldschmuck ausgekramt und eingeschmolzen wird. Weil Gold aber nicht nur Krisen-, sondern auch Wohlstandsmetall ist, könnte sich dafür die Schmucknachfrage, auf die gut die Hälfte der gesamten Goldnachfrage entfällt, zumindest stabilisieren.

Gold ist kein Rohstoff wie andere

Unter dem Strich gilt: Wäre Gold ein ganz normaler Rohstoff, ließe sich akut keine besondere Knappheit feststellen. Sein Preis aber steigt trotzdem, weil Investoren den Zahlungsversprechen von Regierungen immer weniger trauen. „Weil die G10-Währungen ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, ist eine Bewegung in Richtung Sachwertanlagen wie Gold sehr wahrscheinlich“, heißt es in einem Re-searchbericht von Bank of America Merrill Lynch. Nur durch den Kauf von Gold könnten sich die Zentralbanken der Schwellenländer gegen die Abwertung von Dollar, aber auch Yen oder Euro schützen.

China gibt die Richtung vor. In Anlehnung an die Börsenweisheit, man solle mit seinen Investmententscheidungen nicht gegen die US-Notenbank Fed antreten („Don’t fight the Fed“), könnte es mit Bezug auf Gold deshalb künftig heißen: „Don’t fight the People’s Bank of China.“

31 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.11.2009, 22:15 UhrAnonymer Benutzer: Rückblick, vor 60 Jahren:

    Auszug aus dem buxtehuder Tageblatt, unabhängiges
    Mitteilungsblatt für Stadt buxtehude und Umgebung.
    Zeitung Nr. 1, Sonnabend, den 1. Oktober 1949 (!)
    96. Jahrgang.

    Abwendung vom Dollar ?
    London, 30. Septemper 1949.

    Starke internationle Finanzgruppen - darunter bekannte
    Namen und gewaltige Vermögen - sollen nach Meldung
    der Finanzkorrespondenten von Reuter gegenwärtig Gold
    zum Preise von 42 Dollar für eine Unce aufkaufen, da sie
    der Ansicht seien, daß der Dollar gegenüber dem Golde
    neu bewertet werden müsse.
    Nach Auffassung der betreffenden Gruppen werde sich
    die Welt vom Dollar ab- und dem Golde zuwenden.
    Diese Entwicklung sei so gut wie sicher, auch wenn sie
    zwei oder drei Jahre in Anspruch nehmen würde, die gleiche Zeit, die zwischen den ersten Andeutungen
    über eine Pund- Abwertung und der tatsächlichen Verwirklichung verlief.

    ist es nun, 60 Jahre später, soweit ? Man könnte es
    fast glauben.
    Goldkurs heute: 1180 Dollar je Unce, / 31,1 x 1000 =
    37.942 Dollar/Kg / 1,50 = 25.295 EURO/Kg x 1,95583 = 49.467 Deutsche Mark/kg
    Nun, warten wir die Entwicklung der nächsten 2 - 3 Jahre
    ab.

  • 21.11.2009, 16:27 UhrAnonymer Benutzer: Was lese ich gerade ?

    1150 druckfrische Dollares pro Feinunce ? Wer hätte das vor 4 - 6 Jahren wohl gedacht, was auch immer in den Sternen steht ?
    Übrigens: Gestern, nach 1/2 Jahr beobachtung waren
    3 Omega Sammleruhren (Zustand 1A) aus den Sechziger und Siebzigern im Zentrum Hamburgs auf einen Schlag verkauft.
    Kaufpreis zusammen ca. 3.500,-- EURO. Zufall, oder doch
    Vertrauen in "Wahre materielle Werte" ?

  • 21.11.2009, 11:30 UhrAnonymer Benutzer: Alles wird gut!

    Der Staat wird bei steigenden Ausgaben und gleichzeitig sinkenden Einnahmen die Verschuldung bis zum Crash weiterfuehren. Die Geschichte zeigt, dass von der poltischen Machtelite oder "Staatsfuehrern" nichts zu erwarten ist, die klammern sich bis zum Schluss mit allen Mitteln an die Macht und erzaehlen der Welt noch 5 vor 12: alles wird gut!
    Heute muss man sein Spargeld sicher anlegen. Es gibt Zeiten, da ist Gold überflüssig und es gibt Zeiten, da ist es die sicherste Möglichkeit, die Ersparnisse zu retten.

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