Geldanlage in der Finanzkrise: Ausschwingen lassen

Geldanlage in der Finanzkrise: Ausschwingen lassen

Leicht haben es Anleger und Spekulanten derzeit nicht, das Ab und Auf der Börse richtig einzufangen.

Schon sechs Wochen geht es leicht nach oben, obwohl es wenig Einzelaktien gibt, die wirklich interessant sind. Es findet eher ein allgemeines Nachkaufen auf vermeintlich günstigem Niveau statt. Dazu kommen Short-Eindeckungen von Pessimisten, die mit noch wesentlich niedrigeren Kursen gerechnet haben. Ist das eine Basis für breite Käufe?

Wohl kaum. Auch wenn die jüngsten Ifo-Zahlen signalisieren, dass die Wirtschaft nicht wegbricht, die Abkühlung ist unübersehbar. Und wenn Industrieunternehmen noch immer von guten Aufträgen sprechen, so zehren sie noch von den vergangenen fetten Monaten. "2008 sieht bei uns wirklich gut aus", so meldete sich soeben ein Autozulieferer bei uns in der Redaktion, über den wir in der WirtschaftsWoche vor kurzem geschrieben hatten - "doch was 2009 wird, das wissen wir nicht."

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Unsicherheit ist Gift für die Börse - es sei denn, die Kurse wären so niedrig, dass diese Unsicherheit in ihnen verarbeitet wäre. Ob das schon der Fall ist, darf bezweifelt werden. Bei 7000 Punkten im Dax stehen wir etwa 15 Prozent unter dem All-Time-High. Eine Marktbereinigung sieht anders aus.

Gut möglich, dass sich der Dax in den nächsten Wochen noch bis in Richtung 7300 hocharbeitet. Darauf eine langjährige Investition aufzubauen, ist riskant. Die Nachrichten der vergangenen Wochen waren gut, von der Rettungsaktion amerikanischer Monoliner bis zur überraschend stabilen Konjunktur. In den nächsten Monaten wird es dann die Fakten zum ersten Quartal 2008 geben - und die dürften dann eher wieder enttäuschend werden. Technisch gesprochen könnte das dann mit einem zweiten Tiefen-Test der Börsen zusammen fallen.

Das Verhältnis von Chance und Risiko ist am Aktienmarkt keineswegs interessant genug, jetzt schon breit einzusteigen. Lieber die Kurse ausschwingen lassen - mindestens noch einmal - und dann erst zufassen.

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