Gold-Investoren: Die Gold-Wette

Gold-Investoren: Die Gold-Wette

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Dreiecks-Verhältnis von Dollar und Euro zu Goldpreis

von Stefan Hajek und Frank Doll

Milliardenschwere Hedgefonds investieren in Gold und Goldminenaktien, Notenbanken aus Schwellenländern stocken ihre Staatsreserven weiter auf. Sie bereiten sich vor auf eine beschleunigte Abwertung von Euro und Dollar. Warum eine eiserne Edelmetallreserve für Anleger Sinn macht, warum Minenaktien haussieren werden.

Wer 80 Prozent eines Vermögens von zwölf Milliarden Dollar in Goldanlagen investiert, liebt konzentrierte Wetten. Und er ist davon überzeugt zu wissen, wie sich die Währungen weiter entwickeln. Starinvestor John Paulson ist so ein Mann. Der Hedgefondsmanager, der mit Wetten auf den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Milliarden machte, gab in diesem Herbst im feinen New Yorker University Club preis, mit welchem Szenario er rechnet. Die Inflation werde schon 2012 zweistellig werden, und der Anleihemarkt deshalb crashen, während Aktien und Gold profitieren. Die Feinunze Gold – aktuell bei 1357 Dollar – werde auf 2400 Dollar steigen. Sollte der Goldpreis überschießen, so wie in der letzten Goldhausse 1980, wären auch 4000 Dollar denkbar, so Paulson.

In der Regel lassen sich Hedgefonds nicht in die Karten schauen. Die Manager reden nicht über ihre Positionen. Doch nicht jeder Deal lässt sich im Dunkeln durchziehen. Denn Hedgefonds müssen ihren Bestand an US-Aktien jedes Quartal in einem sogenannten 13-F-Report der US-Aufsicht SEC melden – auch ihre Positionen in börsennotierten Goldfonds.

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Hedgefondsmanager Paulson Quelle: Reuters

Hedgefondsmanager Paulson

Bild: Reuters

Paulson fährt die höchste Goldquote im Hedgefondsuniversum: Mit 31,5 Millionen Anteilen ist er der größte Investor des SPDR Gold Trust. Die Anteile an dem weltweit größten börsengehandelten Goldfonds (ETF) verbriefen den Anspruch auf 3,15 Millionen Unzen Gold im Wert von 4,2 Milliarden Dollar. Zusammen haben Paulson und die Super-Spekulanten Eric Mindich, George Soros, Eric Sprott und David Einhorn 13,4 Milliarden Dollar in Gold und Minenaktien angelegt.

Wichtig für deutsche Anleger: Der nächste Preisauftrieb für Gold in Euro könnte bevorstehen. Drei der vier Aufwärtsschübe in Euro fielen seit 2005 zusammen mit einer Schwächephase des Euro gegenüber dem Dollar.

"Günstiger" Inflationsausblick

Die Hedgefondsmanager wissen: Nicht Gold gewinnt – 1000 Gramm bleiben stets ein Kilo –, die Papierwährungen, in denen Gold gemessen wird, verlieren. Das ist der Blickwinkel, auf den es bei der Betrachtung von Gold ankommt. Seit Jahrtausenden ist es konstanter Wertspeicher und stabiles Wertmaß. Es hat jede Papierwährung, jeden Staatsbankrott und jeden Krieg überlebt. Gold ist an kein Schuldversprechen einer Regierung oder gar eines Rettungsfonds gebunden. Notenbanken haben in der Finanzkrise demonstriert, dass sie beliebig Geld und Kredit schaffen können. Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), wird nicht müde zu betonen, der Inflationsausblick der Euro-Zone sei "günstig“. Doch das Risiko, dass sich der Kaufkraftverlust von Papierwährungen beschleunigen wird, wird größer. EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark sieht zwar "mittelfristig keine inflationären Gefahren“, sagt aber auch, die EZB beobachte „global eine üppige Liquiditätsentwicklung“ und einen Anstieg der Preise für Rohstoffe und Nahrungsmittel in den Schwellenländern, der sich "derzeit“ in Europa noch nicht zeige.

Während die US-Notenbank den Schuldenkollaps durch Kauf von Staatsanleihen hinauszögert, frisst sich die Banken- und Schuldenkrise immer weiter vor in den Kern der Euro-Zone. Der Markt gönnt Regierungen keine langen Pausen. Nach Griechenland und Irland könnte die Euro-Tour weiterziehen – in Richtung Spanien und Italien. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) muss sich die spanische Regierung 2011 an den Märkten 245 Milliarden Dollar besorgen, die italienische 462 Milliarden.

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