
KAPSTADT/DÜSSELDORF. Trotz der recht starken US-Währung kostet Gold mit fast 1 130 Dollar zurzeit so viel wie zuletzt vor gut sechs Wochen. Ein Grund dafür ist die erneut anziehende Goldnachfrage der Investoren. Der SPDR Gold Trust, der größte börsengehandelte Gold-Fonds der Welt, hat erstmals seit Mitte Februar wieder Zuflüsse verzeichnet. Die Aktien der Goldförderer konnten von den hohen Preisen des Edelmetalls allerdings noch nicht so recht profitieren. Analysten sehen daher noch Aufwärtspotenzial für die Aktien der Branche.
Als günstig bewertet gelten zurzeit die Aktien von Newmont. Der Goldförderer verfügt über eine solide Bilanz und hohe Reserven. Auch die Papiere der kanadischen Barrick Corp. sind nach dem Abbau aller Termingeschäfte attraktiv geworden. Analysten trauen dem Unternehmen eine Gewinnsteigerung von 30 Prozent zu. Laut Bloomberg rieten zuletzt 19 Experten zum Kauf der Aktie, neun empfahlen, das Papier zu halten, und nur ein Analyst gab eine Verkaufsempfehlung.
Hohe Kosten bei der Förderung bremsen Gewinne in Südafrika
Belastet werden die Titel vieler Goldproduzenten durch die hohen Kosten bei der Förderung des Edelmetalls, da diese die Gewinne schmälern. Besonders günstig produziert die amerikanische Goldcorp. Allerdings gilt sie mit einem KGV von 34 bereits als hoch bewertet. Weniger gut sieht es bei den südafrikanischen Produzenten aus. Deren Aktienkurse liegen meist auf einem vergleichsweise günstigen Niveau. Dies ist neben der starken Währung, dem Rand, vor allem den vielen sicherheitsbedingten Arbeitsunterbrechungen und den stark gestiegenen Stromkosten geschuldet.
Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Elektrizität am Kap bereits um 31 Prozent und in den nächsten drei Jahren steht sogar eine Verdoppelung an. Zudem sind die Förderkosten wegen der enormen Tiefe der Minen stärker als der Goldpreis gestiegen. Dies dürfte nach Ansicht von Leon Esterhuizen von RBC Capital Markets noch ein paar Wochen anhalten. Danach, so Esterhuizen, dürften allerdings auch den Südafrikanern bessere Förderquoten und höhere Gewinne winken, was die Kurse wieder steigen lassen sollte.
Aufgrund der hohen Kosten und der geringeren Ausbeute in vielen Minen - vor allem in Südafrika - treiben die Unternehmen ihre Suche nach Goldabbaustätten nicht nur zu Lande voran. Anglogold Ashanti, der größte afrikanische Goldproduzent, hat soeben bekanntgegeben, dass er nun auch auf dem Meeresboden nach dem Edelmetall suchen will. Anglogold hat zusammen mit dem Diamantenförderer De Beers ein entsprechendes Unternehmen gegründet und will nach Aussagen von Anglogold-Chef Mark Cutifani in den nächsten drei bis fünf Jahren 40 Mio. Dollar in die Unterwassersuche investieren.
Analysten empfehlen, Aktien von Goldproduzenten zu halten
"Es gibt weniger neue Entdeckungen und die Ersatzrate schrumpft", begründete Gijsbert Groenewegen, ein Partner von Arrow Capital Management, gegenüber Bloomberg News die Unterwassersuche.
Für die Harmony-Aktie machen sich die Experten von Bank of America Merrill Lynch stark. Der größte Teil der Kosten, die für das geplante Wachstum angefallen sind, sinke nun. Investoren sollten daher von der neuen Produktion profitieren. Die Empfehlung der Analysten: Gold-Fields-Aktien verkaufen und die Titel von Harmony kaufen.
Besser als die meisten Goldaktien am Kap hat das Papier des in Schwarzafrika aktiven Nischenplayers Randgold Resources abgeschnitten. Schon seit September 2008 ist der Kurs kontinuierlich gestiegen und hat damit die Gewinne des Goldpreises exakt nachgezeichnet. Auf dem nun recht hohen Kursniveau raten Analysten, etwa von den US-Banken Goldman Sachs und Citi, die Papiere zu halten.
Anleger sollten aber bei Engagements in Goldminenwerten immer bedenken, dass die Aktien nicht nur den Schwankungen des Goldpreises unterworfen sind. Auch die allgemeinen Börsentrends wirken sich auf die Papiere aus und können Kursschwankungen auslösen oder verstärken.









