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Handelsblatt-Umfrage: Wo steht der deutsche MBA-Markt?

09. April 2008
von Christoph Mohr Quelle: Handelsblatt Online

Stagnierende Nachfrage im Inland, mehr Bewerber aus dem Ausland. Und haufenweise Luschen. Eine Handelsblatt-Umfrage unter den Top-Anbietern im deutschsprachigen Raum.

Die Zahlen der US-Business Schools machen es ganz deutlich: Deutschland ist nach Indien das größte Export-Land von MBA-Studenten. Damit soll Schluss sein."

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Was Professor Lars Schweizer, Akademischer Direktor des geplanten Fulltime-MBA-Programms der Goethe Business School (Uni Frankfurt), über den deutschen MBA-Markt sagt, könnte auch als Schlachtruf gelten. Das MBA-Entwicklungsland Deutschland will endlich an die internationalen Standards anschließen. Wer einen "richtigen" MBA machen will, soll das auch hierzulande tun können.

Doch die Gruppe der MBA-Anbieter auf dem deutschsprachigen Markt, die solche Versprechungen einzulösen vermögen, ist - leider - sehr überschaubar. Zwar gibt es über 120 Programme, die sich hierzulande MBA nennen, doch nur ein Dutzend davon, kann internationalen Qualitätsstandards standhalten. "Es gibt eine große Zahl von nationalen Anbietern, von denen die meisten von mehr als zweifelhafter Qualität sind", bedauert Professor Jürgen Weigand, MBA-Chef an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar. "Es gilt, zweifelhafte Angebote, die oft umetikettierte Master-Studiengänge oder sogar nichts anderes als mehrere Wochen dauernde Weiterbildungskurse sind, von den Programmen zu differenzieren, die das Label "MBA" auch tatsächlich verdienen und die Merkmale vereinen, die eine internationale Konkurrenzfähigkeit erst ermöglichen" unterstreicht auch Professor Christian Homburg, Chef der Mannheim Business School.

So kann nur ein Dutzend Anbieter auf dem deutschsprachigen MBA-Markt für sich in Anspruch nehmen, "richtige" MBA-Programme auf internationalem Qualitätsnivau anzubieten. Denn nur ESCP-EAP (Berlin), Gisma Business School (Hannover), Goethe Business School (Uni Frankfurt), HHL Leipzig, Mannheim Business School (Uni Mannheim), Universität St. Gallen (HSG) und WHU haben eine der beiden international maßgeblichen Akkredierungen durch AACSB oder EFMD (equis). Aber selbst für sie ist der Markt nach wie vor nicht einfach, wie eine Handelsblatt-Umfrage zeigt.

Ein besonderes Problem scheint, dass deutsche MBA-Interessenten weiterhin eher an eine ausländische Business School gehen. "Die Inlandsnachfrage entwickelt sich nur schleppend nach oben. Die Zahl der deutschen MBA-Bewerber nimmt zu, aber nur sehr langsam", berichtet WHU-Mann Weigand.

"Die Nachfrage wird erst dann weiter steigen, wenn noch mehr mittelständische Unternehmen, die mehr und mehr global denken und handeln müssen, erkennen, welche Vorteile es ihnen bringt, Young Professionals einzustellen, die international geprägtes Management-Wissen mitbringen", glaubt auch Anette Tronnier, Geschäftsführerin der Gisma Business School in Hannover.

Erfreulich für die guten deutschen MBA-Schulen ist hingegen die steigende Nachfrage aus dem Ausland. "Die Auslandsnachfrage ist sehr stark gestiegen, insbesondere aus Indien, China sowie Latein- und Südamerika", sagt man an der WHU stellvertetend für alle Schulen.

Eine Erklärung bietet Gisma-Chefin Tronnier: "Deutschland hat einen guten Ruf als Wirtschaftsstandort und als immer noch führende Exportnation. Viele Interessenten aus dem Ausland wollen hier studieren, weil sie sich davon versprechen, etwas über das Geheimnis des Erfolges zu erfahren und sie vertrauen auf Deutschland als attraktiven Arbeitgeber-Standort."

"Galten wir bisher als "Exporteur" von MBA-Interessenten, so wandelt sich dieser Trend. Deutschand wird in Zukunft immer mehr ausländische Studierende anziehen, weil die MBA-Programme im internationalen Vergleich an Attraktivität und Qualität gewinnen. Begrüßenswert ist die zunehmende Erweiterung des Aktionsradius - auch in Richtung Mittel- und Osteuropa", freut sich Professor Herwig E. Haase, Rektor der ESCP-EAP.

Eine andere Erklärung für die Nachfrageentwicklung bietet Professor Peter Gomez, Chef der Executive School of Management, Technology and Law an der Universität St. Gallen (HSG) an: "Der MBA-HSG verzeichnet einen 150-prozentigen Zuwachs an Bewerbungen aus dem nicht-deutschsprachigen Raum. Hier ist insbesondere ein starker Zuwachs von amerikanischen Bewerbern zu verzeichnen. Diese wissen, dass die europäischen MBA-Programme oft kürzer sind, was Kosten spart, und ihnen als Absolvent eines europäischen MBA-Programms auch Europa als Arbeitsmarkt offen steht, jetzt, da die USA auf eine Rezession zuschlittern."

Doch auch hier ist nicht alles eitel Sonnenschein: "Komplizierte Visa-Bestimmungen und Verfahren zur Gewährung der Arbeitserlaubnis stellen eine große Hürde für ausländische MBA-Studenten dar", sagt man an der Gisma. Und WHU-Mann Weigand beklagt: "Viele ausländische MBA-Bewerber würden nach dem MBA-Abschluss gerne in Deutschland arbeiten. Deutsche Unternehmen, auch die so genannten "globalen", verschließen sich diesem Potential aber immer noch. Vor allem wird eine Sprachbarriere aufgebaut."

Auf der anderen Seite erweisen sich die Unternehmen auch zunehmend als Wachstumsmotor, stehen sie doch hinter der deutlichen Nachfragesteigerung bei Part time, bzw. Executive Education-Programmen: "Die sehr positive Entwicklung dieses Marktes hängt damit zusammen, dass für Unternehmen angesicht eines zunehmenden mangels an qualifizierten Managementnachwuchses solche Programme eine immer stärkere Bedeutung erlangen", analysiert Professor Torsten Wulf, neuer Akademischer Direktor des MBA-Programs der HHL Leipzig.

Besonders erfreulich für die Schulen: "Dieser Zuwachs geht aus unserer Sicht kaum zu Lasten des Vollzeit-MBA-Marktes. Nur eine sehr geringe Zahl von Bewerbern entscheidet sich für einen Part-Time- anstelle eines Vollzeit-MBA. Vielmehr ist der Part-Time-/Executive-MBA-Markt aus unserer Sicht ein eigenständiger Markt, der eher Verbindungen mit dem Markt für Weiterbildungsprogramme (executive education) aufweist.

"Die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft hat dem Abschluss in den vergangenen Jahren zu einem höheren Bekanntheitsgrad verholfen und damit seine Nachfrage gesteigert. Dieser Trend drückt sichklar in einer gestiegenen Nachfrage nach entsprechenden Programmen aus", sieht auch ESCP-EAP-Rektor Haase.

So werden die Unternehmen und ihre Recruiter zunehmend zum Schiedsrichter auf dem deutschen MBA-Markt. Keine ganz leichte Aufgabe: "Angesichts der großen Zahl von MBA-Anbietern in Deutschland ist es gerade für Unternehmen nicht ganz leicht, hochwertige von weniger hochwertigen MBA-Programmen zu unterscheiden", sagt HHL-MBA-Chef Wulf. Optimistischer ist der Mannheimer MBA-Chef: "Die Voraussetzung für einen kleinen Kreis deutscher Business Schools, sich mit einem eigenen unverwechselbaren Profil in der internationalen Spitze zu etablieren, sind nicht schlecht." Allerdings nur, wenn sie selbst für die Job-Perspektiven ihrer MBA-Absolventen Rechnung tragen: Seit 2004 veranstalten die Top-Anbieter auf dem deutschen MBA-Markt deshalb mit der "MBA Career Fair" eine eigene Job-Messe für ihre Absolventen.

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