
BRÜSSEL. Hedge-Fonds - mit ihren hochspekulativen Geschäften immer auf der Suche nach dem High Score - gelten als Mitverursacher zahlreicher Finanzkrisen, weil sie mit hohen geliehenen Einsätzen ihre Wetten platzieren.
Was die Regulierer tun können:
Der Wirtschafts- und Finanzausschuss des EU-Parlaments wird am 17. Mai eine schärfere Kontrolle beschließen. Ein ursprünglich für gestern geplantes Votum wurde wegen Beratungsbedarfs verschoben. Die Gesetzgeber wollen Kreditaufnahme, Investitionen und Gehälter von Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften künftig stärker kontrollieren. Strittig ist, ob und wie man den Einsatz von Fremdkapital begrenzen soll.
Die Fonds leihen sich kurzfristig ein Vielfaches ihres Einsatzes, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Damit multiplizieren sie aber ihre Risiken. Das Parlament will der künftigen europäischen Wertpapieraufsicht ESMA deswegen das Recht geben, bei verdächtigen Handelsaktivitäten Einzelner oder bei kritischen Marktlagen diese Hebelwirkung zu begrenzen.
Vorteil:
Das neue System macht es für die Finanzaufsicht einfacher, die Fonds zu durchschauen und Spekulationen zu unterbinden.
Nachteil:
Experten zweifeln, ob die Regeln ihren Zweck erfüllen. Die Aufsichtsbehörden hätten immer noch zu wenig Macht. Auch in der Private-Equity-Branche sieht man die Reform skeptisch, wenn sie über ein gewisses Maß hinausgeht. Beispiel Offenlegungspflichten: Firmen, die Private-Equity-Investoren an Bord haben, sollen verpflichtet sein, auch über strategische Entwicklungsperspektiven Auskunft zu geben. "Ihnen drohen Wettbewerbsnachteile", sagt Dörte Höppner, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.
Fazit:
Es gibt noch viel Beratungsbedarf. Für unterschiedliche Fonds sollten unterschiedliche Maßstäbe gelten.
Die Übersicht über alle Beiträge dieses Themen-Specials:
Leerverkäufe: Politischer Kompromiss in Sicht
Währungsderivate: Auch Firmen wollen sie für ihr Spiel
Kontrolle: Abschottung der Finanzmärkte hält Spekulanten ab
Kreditausfallversicherung: Mehr Transparenz statt Verbot










