Hexensabbat: Neue Runde im Poker um Porsche und VW

Hexensabbat: Neue Runde im Poker um Porsche und VW

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Porsche hat den Hexensabbat überstanden

Porsche überlebt den dubiosen Verfallstag an der Eurex – doch die Probleme bleiben. Einerseits ist die Geldnot groß; andererseits wird jeder Investor, der bei den Stuttgartern einsteigt, das nur tun, wenn er dafür substanzielle Rechte bekommt.

Zu 224 Euro wurde abgerechnet – und praktisch nichts ist passiert. Wie zu erwarten war, haben die Eurex-Optionen direkt nichts mit dem Optionsgeflecht zu tun, das die Stuttgarter für ihren Angriff auf VW gestrickt haben.

Dass die von Porsche an die Banken verkauften Puts weiter laufen, gibt den Stuttgartern zwar etwas Zeit, jeder starke Rückgang der VW-Aktie bringt sie aber nach wie vor in Bedrängnis. Noch immer notiert die Aktie mit einem Sicherheitsabstand über der 200er Marke. Das unterstreicht die Annahme, dass die Basis der Puts in dieser Region liegt.

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Auf Porsche oder VW zu wetten, ist halsbrecherisch

Seine Call-Position kann Porsche mangels Liquidität selbst nicht ausüben. Ob dafür ein echter Investor gefunden wird, bleibt abzuwarten. Denn jedem Geldgeber dürfte klar sein, dass der fundamental gerechtfertigte Wert der VW-Aktie nicht bei 200 Euro liegt, sondern viel tiefer -  etwa da, wo derzeit die Vorzüge stehen, um 50 Euro. Diese Bewertung entspräche etwa der von Daimler oder BMW.

Die Kluft, die sich aus den virtuellen Kursen der VW-Stammaktie einerseits und ihrer angemessenen Bewertung andererseits ergibt, betrifft sowohl die VW-Stämme als auch die VW-Calls. Ein Investor, der in dieser Situation den Stuttgartern etwa die Calls zum aktuellen Kurs abnehmen würde, ginge ein dramatisches Risiko ein. Das wäre allenfalls zu rechtfertigen, wenn er dadurch einen echten Zugriff auf Porsche oder VW bekäme  - also schon mit Blick auf einen möglichen Gesamtkonzern. Das wären dann Stammaktien in einer Größenordnung 25 Prozent plus x. Genau das aber dürfte an Ferdinand Piech scheitern, der sich eine dritte Partei, die ein echtes Mitspracherecht hätte, nicht vorstellen kann.

Es ist durchaus möglich, dass zwischen Porsche und VW schneller als erwartet eine Lösung gefunden wird. Darauf als Anleger mit VW- oder Porsche-Aktien zu wetten (egal in welche Richtung), ist halsbrecherisch. Der Informationsnachteil der Außenstehenden (und das ist wegen der Geheimhaltungspolitik der Stuttgarter praktisch die gesamte Finanzgemeinde) ist gigantisch. Einem solchen Risiko muss sich kein privater Anleger aussetzen.

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