Investitionen: Ende einer Rundreise

Investitionen: Ende einer Rundreise

Investitionen » Warumgehören die British Virgin und die Cayman Islands zu den größten Investoren in China? 

Seit langem übt China eine geradezu magnetische Kraft auf ausländische Investoren aus. Mehr als 60 Milliarden Dollar Direktinvestitionen flossen allein vergangenes Jahr in die Volksrepublik; nur die USA bekamen mehr. Auf der Hitliste der Investorenländer stehen dabei nicht etwa große westliche Industrieländer wie die USA, Japan oder Deutschland ganz vorne, sondern der kleine Stadtstaat Hongkong und, noch erstaunlicher, gleich dahinter auf Platz zwei das Steuerparadies British Virgin Islands. Unter den Top Ten rangieren außerdem die Cayman Islands und West Samoa. 

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Die Investitionen aus diesen Off-Shore-Finanzplätzen sind streng genommen eigentlich gar keine ausländischen Direktinvestitionen. Das Geld stammt zum größten Teil aus China selbst. Denn viele festlandchinesische und Hongkonger Unternehmen gründen dort Holdingfirmen, die dann als ausländische Investoren das China-Geschäft betreiben. Durch dieses so genannte “round-tripping“ profitieren sie nicht nur von den günstigen Steuerbedingungen, sondern bekommen auch in China verbesserte Konditionen. Das verzerrt nicht nur die FDI-Statistiken, die seit Jahren als Beweis für Chinas wirtschaftliche Stärke gelten, sondern führt auch zu geringeren Steuereinnahmen und beeinträchtigt Pekings Kontrolle über seine Unternehmen. 

Hu Xiaolian, Direktor der staatliche Verwaltungsbehörde für ausländische Währungen (SAFE), will dem nun einen Riegel vorschieben. Mit dem so genannten „SAFE-Dokument 11“ ist es festlandchinesischen Firmen künftig verboten, ihren Rechtssitz im Ausland zu nehmen, auch wenn ihre Aktien an internationalen Börsen gehandelt werden. Unter anderem hatten die Mobilfunkbetreiber China Telecom, China Unicom und China Mobile oder der Autohersteller Brilliance Automotive ihr Geschäft ganz oder teilweise ausgelagert, bevor sie in New York an die Börse gingen. Mit der neuen Regelung soll auch ein Schlupfloch in den Kapitalverkehrskontrollen geschlossen werden. Außerdem will Peking Streitigkeiten wie die mit dem Topmanager Yang Rong vermeiden. Der ehemalige Chef von Brilliance war 2002 aus China in die USA geflohen, nachdem die Provinzregierung von Liaoning ihn wegen Steuerhinterziehung anklagen wollte. Die Regierung beschlagnahmte Yangs Unternehmensanteile im Wert von 300 Millionen Dollar. Da Brilliance offiziell in Bermuda firmiert, konnte Yang einen Rechtsstreit gegen Peking einleiten, der zeitweilig sogar zu politischen Spannungen mit Washington führte. Zwar war Yang bisher nicht erfolgreich, er will jedoch weiter kämpfen. 

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