Kapitäns-Debatte: Personalberater hätten Ballack entmachtet

Kapitäns-Debatte: Personalberater hätten Ballack entmachtet

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Ballack (l.) beim Training mit seinem Konkurrenten Philipp Lahm.

In der Diskussion um den Posten des Nationalmannschafts-Kapitäns haben Personalberater eine klare Meinung. Wäre Löws Elf ein Unternehmen, dann wären Michael Ballacks Tage als Vorstandschef gezählt gewesen.

Nur mal angenommen: Die Nationalelf ist ein Unternehmen und Michael Ballack der Vorstandschef. Dann wären seine Tage gezählt.

Selbst wenn der Capitano körperlich zur Hochform auflaufen sollte - wovon derzeit ja keine Rede sein kann -, hätte es nicht gut um ihn gestanden: Mit seinem autoritären Führungsstil passt er nicht mehr ins Team. Davon sind Personalberater, die sonst Manager in der Top-Liga des Dax platzieren, unisono überzeugt.

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"Ein dominanter Chef vom Typ Ballack ist im neuen WM-Team wahrscheinlich sogar störend", sagt Wolfgang Walter, Partner der Personalberatung Heidrick & Struggles. Schließlich sei die junge Nationalelf ohne den verletzten Kapitän zu einem erfolgreichen Team zusammengewachsen.

"Trotz seiner Verdienste: Ballacks Zeit ist abgelaufen", sagt auch Anke Hoffmann von der Personalberatung Kienbaum. Andere Manager-Coachs - vom Handelsblatt befragt - vergleichen Lahm mit jungen Konzernchefs - wie Telekom-Lenker Obermann oder Henkel-Chef Rorsted.

"Viele Chefs bringen nur weitere Grabenkämpfe"

"Auf dem Platz sind viele Chefs gefragt", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff gestern, "und kein alleiniger Leitwolf." Und es klang wie eine Vorentscheidung: gegen Ballack und für Philipp Lahm, den 26-jährigen Herausforderer. Bundestrainer Joachim Löw will sich heute um 12.30 Uhr zu der brisanten Personalie äußern.

Die Headhunter hatten zwar zu einer klaren Lösung geraten: "Viele Chefs bringen nur weitere Grabenkämpfe." Doch Joachim Löw hat ihre Empfehlung offenbar nicht erhört: Nach wochenlangem Rätselraten sollen der seit 2004 amtierende Michael Ballack und der während der WM in Südafrika als Spielführer fungierende Münchner Philipp Lahm offenbar eine Art Doppelspitze bilden. In einer Teamsitzung am Dienstagabend unterrichtete der 50-Jährige nach Angaben der "Bild"-Zeitung die Nationalspieler über die künftige Verfahrensweise. Demnach soll Ballack, der wegen einer schweren Fußverletzung die Weltmeisterschaft verpasst hatte, die Mannschaft wieder als Kapitän anführen, wenn er in die DFB-Auswahl zurückkommt.

Für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele am Freitag in Brüssel gegen Belgien sowie vier Tage später in Köln gegen Aserbaidschan verzichtet Löw wegen mangelnder Fitness auf den 33 Jahre alten Routinier. Frühestens für den Doppelspieltag im Oktober gegen die Türkei und in Kasachstan könnte Ballack von Löw wieder berufen werden und dann als Kapitän seine Länderspiele 99 und 100 bestreiten. Spielt Ballack nicht, soll Lahm wie schon beim Turnier in Südafrika als Kapitän fungieren.

Für den verletzten Kapitän war es bitter: Von der Tribüne aus musste sich Michael Ballack bei der WM den 4:0-Triumph des jungen Teams gegen Argentinien anschauen. Das sensationelle Ergebnis machte jedem unmissverständlich klar: Es geht auch ohne ihn. Die Bilder vom einsamen Ballack in der Menge - weit weg von der Mannschaft - sprachen Bände. Und dann machte ihm Interims-Teamchef Philipp Lahm auch noch die Kapitänsbinde streitig.

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