Barro ist einer der bedeutendsten Ökonomen der Gegenwart. Der an der US-Eliteuni Harvard ausgebildete und dort seit 1986 lehrende Professor hat sich in der Makroökonomie mit bahnbrechenden Arbeiten hervorgetan. So gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der Theorie der rationalen Erwartungen, der zufolge die Menschen die ökonomischen Folgen staatlichen Handelns vollständig in ihren Entscheidungen berücksichtigen. Barros Arbeit von 1974 zu den Folgen der Staatsverschuldung zählt zu den meistzitierten Werken der Ökonomie überhaupt. Zudem hat sich Barro mit den Determinanten des Wirtschaftswachstums und der Real-Business-Cycle-Theorie beschäftigt; diese untersucht, wie sich reale Schocks auf die Konjunktur auswirken. Barro zählt zu den Vertretern der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, die staatlichen Eingriffen skeptisch gegenübersteht. Trotz der weltweiten Renaissance keynesianischen Gedankenguts ist er dieser Linie treu geblieben. Texte: Malte Fischer