
FRANKFURT. Der massiv abgewertete offene Immobilienfonds Degi Global Business steht offenbar auf der Kippe. "Ein signifikanter Anteil der Anleger steht vor der Tür und möchte raus", sagte Hartmut Leser, Vorstand der Fondsgesellschaft Aberdeen Asset Management gestern Reuters. Aberdeen versuche, diese Investoren davon zu überzeugen, dass der neu bewertete Fonds wieder die Chance auf eine positive Wertentwicklung habe. "Wenn wir das nicht schaffen, dann werden wir den Fonds liquidieren und das Geld zurückgeben." Bis Ende März solle mit allen Investoren gesprochen werden.
Aberdeen hatte vor einer Woche den 2005 vorrangig für Großinvestoren aufgelegten Fonds wegen Problemen mit Gebäuden in Osteuropa um 21,6 Prozent abgewertet - dieses Ausmaß ist einmalig in der Geschichte der offenen Immobilienfonds in Deutschland. Schon seit November nimmt Aberdeen wegen Liquiditätsproblemen keine Anteilsscheine am Degi Global Business mehr zurück.
Leser bekräftigte, dass bei den wichtigen Flaggschiffen von Aberdeen Immobilien in Deutschland - dem Degi International und dem Degi Europe - keine ähnlich drastischen Wertberichtigungen zu erwarten seien wie beim vergleichsweise kleinen Degi Global Business. Die beiden Fonds sind seit November komplett eingefroren - das heißt, es werden weder Anteilsscheine ausgegeben noch zurückgenommen. Aberdeen arbeite daran, durch den Verkauf von Objekten die Fonds liquider zu machen, um sie dann wieder öffnen zu können. "Aber der Immobilienmarkt insgesamt hat noch nicht wieder angezogen, und potenzielle Käufer bekommen auch ihre Finanzierung schwerer gestemmt. In den Fonds sind große Gebäude, und wir wollen Immobilien im Wert von 200, 300 Millionen Euro nicht verschleudern.
Aberdeen hatte die Degi Anfang 2008 von der Dresdner Bank übernommen. Seit der Fusion von Dresdner und Commerzbank im Frühjahr 2009, kam der durch die Immobilienkrise ohnehin schwierig gewordene Vertrieb der für Privatanleger aufgelegten beiden großen Degi-Fonds noch mehr ins Stocken. In Zukunft strebe Aberdeen in Deutschland daher vor allem einen Ausbau des institutionellen Geschäfts an, sagte Leser.









