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Management: Der vielleicht beste Arbeitgeber der Welt

von Matthias Hohensee

Nicht Google oder Apple – der Softwarekonzern SAS Institute gilt als bester Arbeitgeber der USA. Von den ungewöhnlichen Methoden können sich viele andere Unternehmen lernen.

Jim Goodnight
SAS Gründer Jim Goodnight beschäftigt weltweit 11 000 Mitarbiter und macht einen Umsatz von 2,43 Mrd. Dollar.

Jim Goodnight ist ein ernster Mensch. 1,93 Meter groß, breitschultrig. Mit seinen kurz getrimmten, weißen Haaren und dem prüfenden, scharfen Blick wirkt er eher wie ein taffer Sportlehrer. Doch die Welt des Gründers und Chefs des US-Softwarekonzerns SAS Institute sind die Zahlen.

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Nullen, Einsen und kryptische Buchstabenfolgen – Glück bedeutet für Goodnight, sich stundenlang in einen Programmcode zu vertiefen. Damit ist er erfolgreich und auch reich geworden.

Sein Vermögen wird derzeit auf sieben Milliarden Dollar geschätzt. Gemacht hat es der ehemalige Statistik-Professor der Universität von North Carolina wie viele Milliardäre in den USA: mit Software. Seine ist in der Lage, geschäftliche Trends in den riesigen Datenmengen von Kunden wie der Deutschen Telekom, Allianz, BMW oder BASF zu identifizieren.

Doch das ist gar nicht mal das, was ihn so bekannt gemacht, ja regelrecht zum bewunderten Star seiner Zunft hat werden lassen. Was in Deutschland immer noch kaum einer weiß: Seit Jahren wird Goodnights Konzern, unter anderem vom US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“, zu einem der besten Arbeitgeber der USA gekürt. In den vergangenen zwei Jahren führte SAS Institute die Rangliste sogar an, noch vor so bekannten Unternehmen wie Google, Microsoft oder Intel.

Paradies für grosse Kinder

„Meine Mitarbeiter sind mein wichtiges Gut“, sagt Goodnight. „Ich muss dafür sorgen, dass sie, wenn sie abends unseren Campus verlassen, am nächsten Morgen auch wiederkommen wollen.“

Was wie das typische Marketinggeschwätz eines zweitklassigen Personalmanagers anmutet, ist hier tatsächlich gelebte Kultur. Die sei „einzigartig, nicht nur in Nordamerika“, lobt etwa der prominente amerikanische Personalberater John Challenger von Challenger, Gray & Christmas aus Chicago das Konzept.

Subventioniertes Essen, Fitnessclub, Massagen, Frisör und Kinderbetreuung – wofür eigentlich der Google-Campus im Silicon Valley weltweit bekannt ist, hat seinen Ursprung in Wahrheit bei SAS Institute. Tatsächlich ließen sich die Suchmaschinen-Gründer Sergey Brin und Larry Page seinerzeit von Goodnight und seiner Unternehmenskultur inspirieren.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.07.2011, 18:56 UhrAnonymer Benutzer: Olaf Hinz

    Ein bemerkenswerter Erfolg - Glückwunsch.
    Aber doch sehr kontextabhängig. "Gib Deinen Mitarbeitern, was sie wünschen" wird sicher von industrie zu industrie mehr oder weniger möglich sein.
    Also Vorsicht, dies wieder zum Nachahmen zu empfehlen!

  • 10.07.2011, 20:54 UhrAnonymer Benutzer: Gudrun Happich

    Endlich ein Artikel der genau auf den Punkt bringt, um was es geht: Gib Deinen Mitarbeitern das, was Sie sich wünschen, und die Wahrscheinlichkeit steigt enorm, dass Sie dir geben, was Dir wichtig ist. - beide haben einen Vorteil davon und können eine beidseitig gewinnbringende "beziehung" eingehen. Schön, das Herr Goodnight nicht unerwähnt lässt, das er (neben einem Gutmensch) auch Unternehmer ist: Es "rechnet" sich für ihn einfach um einiges besser, wenn er seine Mitarbeiter wertschätzt und unter für Sie Guten bedingungen arbeiten lässt. Trotz aller investitionern - Verschwendungen würden viele andere Unternehmen sie nennen - hat er dennoch einen Finanzvorteil von ca. 10 % des Umsatzes - ich verstehe nicht, warum dieses "Modell" immer noch kein Standard ist. Können wir uns das leisten?

  • 08.07.2011, 21:36 UhrAnonymer Benutzer: deserteur

    @ Speculum, Unbeugsamer

    Glücklicherweise hindert Sie niemand an einer bewerbung. Dann können Sie sich mal ein bild der Realität machen.

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