Kommentare zu: Selbstausbeutung und echte Führungstugenden

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9 Kommentare
  • 04.03.2010, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: Leiter

    Zitat "Den Wertbeitrag – oder sollte man besser sagen: die Wertschätzung - von Führungskräften und Mitarbeitern tagtäglich in Frage zu stellen, bedeutet doch unter dem Strich, dass die beteiligten tagtäglich bis an den Anschlag gefahren werde" - Wer so argumentiert, sollte Arbeitnehmer bleiben und seinen "Klassenstandpunkt" pflegen. Der hat auch nicht mitzureden, wenn jemand freitags um 18 Uhr noch im büro sitzt. M.E. gibt es zwei Gruppen von arbeitenden Menschen. Die einen sind angestellt, erledigen ihren Job und lassen sich dafür bezahlen. Die anderen sind die, die mehr wollen, sich den AR*** aufreißen und nicht auf die Uhr, den Tarifvertrag und die 10-Stunden-Regel schauen. Jeder von all diesen macht mglw. seinen Job super toll, doch es gibt einige, die eben mehr machen. Diese soll man machen lassen, denn das sind die, die (manchmal) den notwendigen Vorsprung erzielen, den eine !! am Markt operierende Firma !! für´s Überleben braucht.

  • 04.03.2010, 15:34 UhrAnonymer Benutzer: AuchLeiter

    @Leiter: ich glaube, das der begriff "Klassenstandpunkt" hier unangebracht ist.
    in dem Artikel steht schon viel Wahres drin. Auch bei uns gibt es Mitarbeiter, die nur noch ihre Arbeit kennen und Abends (bis 23:00Uhr) und am Wochenende durchperformen. Arbeit in der iT ist ja allverfügbar. Natürlich erhoffen sie sich davon einen Karriereschub. Allzuoft sind diese Leute jedoch nach ein paar Jahren sozial isoliert, oder ausgebrannt.
    Letztlich muss jeder selbst seine Grenzen kennen - die werden aus Angst, nicht mithalten zu können jedoch oft überschritten.
    Schnell um 21:00 Uhr die Mails kontrollieren, damit die Kollegen sehen, dass ich mich rund um die Uhr für die Firma einsetze.
    Nichts gegen punktuelle Höchstleistung, aber das (Arbeits-)leben ist ein Marathonlauf - wer zu schnell startet, kommt oft nicht ins Ziel.

  • 05.03.2010, 00:54 UhrAnonymer Benutzer: RRR

    Und wer 12 Std + x am Tag arbeitet verliert gerne die Konzentration. Die Folge sind x Stunden Nacharbeit und möglicherweise war der 8 - 10 Std Arbeiter effektiver. Mir ist diese ständige Überarbeitung suspekt.

  • 05.03.2010, 22:13 UhrAnonymer Benutzer: Schlossgeist

    Führen heisst, anderen, aber auch sich selbst Möglichkeiten zu eröffenen und Grenzen zu setzen. Wer seine Hochleistungsfähigkeiten erhalten will, muss dafür sorgen dass die batterien regemässig wieder aufgeladen werden; man muss fähig sein, nicht nur Regenerierungsressourcen zu entwickeln, sondern sich auch Grenzen setzen können bezüglich Arbeitszeit und belastung. Sonst wird man zum burn-Out-Patient.

  • 06.03.2010, 09:15 UhrAnonymer Benutzer: Der Beobachter

    Hier sieht man wieder wie weit es in den Vorstandsetagen gekommen ist. Es zählt das Ergebnis, nicht die Leistung die dahinter steht.
    Die Quittung erhält man wenn es mal nicht so läuft.
    Wenn man in guten Zeiten schon 120% gegeben hat, was soll man dann noch in schlechten Zeiten geben.
    Dann, wenn man mehr Leistung benötigt ist Sie nicht mehr abrufbar.
    Das sollte jeder Führungskraft klar sein.
    Die Verantwortung für ihre Mitarbeiter und sich selbst, haben Sie.

  • 06.03.2010, 10:26 UhrAnonymer Benutzer: Ergänzung

    Zur Vorbildfunktion gehört primär, die Mitarbeiter für die Arbeit begeistern zu können. Das ist zugleich die beste Gesundheitsvorsorge für einen geringen Krankenstand und die größte Gewähr für den Unternehmenserfolg. Zwang führt zu gar nichts. Ohne Freude an der Arbeit wird alles zur Last und nur zu einem dumpfen "muß". Es darf nie zu inneren Kündigungen kommen.

    Weiterhin gehört zur guten Führung, die Mitarbeiter zu schützen, heute vor allem vor den überall anzutreffenden Mobbern, die stets die wirklichen stillen Leistungsträger angreifen, aber selbst nichts beitragen und im Prinzip nur schweren Schaden anrichten. Überhaupt nicht zu vergessen sind die Mobberinnen (mit großem i), die unter dem politischen Segel der Gleichstellung fahren, aber mit ihren weiblichen Methoden intrigen spinnen und schon so manchen Leistungsträger verjagt haben. Der Schutz der Leistungsträger vor diesen Mobbern und Mobberinnen ist für die Unternehmen von zentraler bedeutung. Hier liegt noch viel Optimierungspotential.

    Vor allem aber gehört zur Vorbildfunktion das Fachwissen und die Förderung von Fachleuten bzw. das Aussortieren von Schaumschlägern. Ein Chef, der selbst keine Ahnung hat, ist eine Katastrophe.

    Die US-Führungsqualifikationen mit all ihren leeren Phrasen sind dem gegenüber eher unwichtig.

  • 06.03.2010, 23:58 UhrAnonymer Benutzer: Ein Ausgebeuteter

    Nach dem Lesen dieses Artikels verestehe ich ein bisschen besser meinen Arbeitgeber: Aldi. Unrealistische Zahlenvorgaben, stets unterbesetzt und permanenter Leistungsdruck - im Grunde genommen Akkord-Arbeit. Lob gibt es nie von oben, immer nur Einläufe und Kritik.
    Doch die Leute lesen solch einen Artikel leider nicht. Es werden "ja nur Vorgaben der Zentrale weitergegeben".
    bzgl. Krankenstand: Na da gibt es Hausbesuche vom Chef, Stasi-System lässt grüßen

  • 12.03.2010, 12:19 UhrAnonymer Benutzer: JobStarter

    Der Artikel trifft genau ins Schwarze. Mein Kompliment.
    Als berufsanfänger traue ich ja heute kaum noch meinen Augen. Da schlägt allerorten die Hybris des Menschen voll durch: Die anderen sind vielleicht sterblich, ich aber nicht, ich kann ohne Probleme 18h arbeiten und wer nicht genau so gut ist, ist halt ein minderwertiger Schmarotzer (siehe auch meinen Vorredner "Leiter"). ich finde diese Einstellung aus vielen Gründen Problematisch: Sie ignoriert den beitrag, den "einfache" Arbeitnehmer zum Erfolg aller beitragen, spaltet die Gesellschaft subversiv in Über- und Minder-Leister und ist schlichtweg menschenverachtend.
    Natürlich arbeite ich auch mal gerne 14h und am Wochenende, wenn es sein muss. Aber eines ist mir noch viel wichtiger als Erfolg: Gesund und glücklich durch Leben zu schreiten – davon haben alle mehr …

  • 18.03.2010, 22:32 UhrAnonymer Benutzer: WolfgangMüller

    Was, sie machen schon Feierabend? Der typische Satz unseres Chefs. Ein frauenfeindlicher Sadist, der seine Machtspielchen genießt. Die Folge ist ein enorm hoher Krankenstand, den er natürlich in den Jahresabschlussgesprächen immer wieder bedauert. Zwei Kollegen sind im letzten Jahr am burnout erkrankt. Nach seiner Meinung hat das natürlich nichts mit den Arbeitsbedingungen zu tun. Er ist nicht fähig, Selbstkritik zu üben.
    Er verlangt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vollen Einsatz bis zur Selbstaufgabe. Die Arbeit hat grundsätzlich Vorrang. Das gilt allerdings nur für uns. Er selbst geht seinen diversen Nebenbeschäftigungen nach und verschwindet daher häufig.
    Wir wissen, dass das vorgesetzte Ministerium von diesem unmöglichen Führungsstil weiß. Er fällt auch dort unangenehm auf. Aber es passiert nichts.
    Der Schaden, den dieser Mensch anrichtet, trägt die Allgemeinheit.