Manager: Regel 1: Du sollst Vorbild sein

Manager: Regel 1: Du sollst Vorbild sein

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Vorstandschef K+S: Norbert Steiner

von Daniel Rettig

95 Prozent der Manager halten Authentizität für unabdingbar.

Seit 1993 arbeitet Norbert Steiner beim Bergbauunternehmen K+S, das damals noch Kali und Salz hieß. Zunächst leitete er die Rechtsabteilung, im Mai 2000 wurde er Vorstandsmitglied, seit Juli 2007 ist er Chef des Dax-Konzerns. Zwar gibt Steiner offen zu, dass er es ganz ohne Ehrgeiz nicht auf seinen heutigen Posten geschafft hätte. Doch habe er immer Wert auf eine Eigenschaft gelegt, die er heute auch von seinen Führungskräften verlangt: Authentizität.

Der Begriff ist einerseits umstritten und wird andererseits inflationär verwendet. Viele glauben, dass Führungskräfte zwangsläufig von Zeit zu Zeit eine Rolle spielen müssen, dass sie kaum Gefühle zeigen dürfen und dass sie nicht ohne List und Schauspielerei nach oben kommen. Für den beruflichen Aufstieg mag das stimmen. Doch wer sich an der Spitze auch lange halten will, muss vor allem glaubwürdig und verlässlich sein.

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Zu Ecken und Kanten stehen

Das wissen die Chefs sogar selbst. Als die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft 342 Top-Manager nach den entscheidenden Eigenschaften befragte, nannten ebenfalls 97 Prozent "Authentizität". Nur so hätten sie entsprechenden Rückhalt in der Belegschaft. Bloß: Was bedeutet das – authentisch sein?

Seinen Ursprung hat das Wort im griechischen "authentikós" ("echt"). Der inzwischen verstorbene US-Sozialpsychologe Michael Kernis entwickelte im Jahr 2006 vier Kriterien, die authentische Menschen auszeichnen: Sie sind sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusst; sie stehen positiven wie negativen Informationen offen gegenüber; sie handeln gemäß ihrer Werte und Vorstellungen; und sie sind ehrlich im Umgang mit anderen.

Klar ist, dass sich Führungskräfte mit "echten" Ecken und Kanten auch schon mal unbeliebt machen. Das geschieht allerdings erst recht, wenn ein Manager A sagt und B tut oder von seinen Mitarbeitern Opfer verlangt, diese selbst aber nicht erbringt. Wer dagegen konsequent zu seinem Wort und seinen Werten steht, wird vielleicht nicht immer von jedem gemocht – dafür jedoch respektiert und geschätzt. Mindestens aber gibt eine solche Führungskraft ein ebenso exzellentes wie standfestes Vorbild ab, an dem sich die Mitarbeiter orientieren können.

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