Manager: Regel 10: Du sollst die Wahrheit ertragen

Manager: Regel 10: Du sollst die Wahrheit ertragen

57 Prozent der Chefs können eigene Fehler nicht zugeben.

Ob Politiker oder Top-Manager – immer wieder stolpern vermeintlich integre Persönlichkeiten über Affären. Dem einen werden schwarze Kassen zum Verhängnis, der andere ruiniert seine Karriere durch Doktor-Plagiate, während sich die Öffentlichkeit fassungslos fragt: Wie konnte ausgerechnet so einem das passieren?

Die Antwort: Es geschieht schleichend.

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Inzwischen besteht unter Psychologen Einigkeit darüber, dass vor allem extrovertierte Charaktere Führungsjobs ergattern – denn jenedrängen häufiger ins Licht der Öffentlichkeit, sie sind tendenziell aktiver, energischer, dominanter und gesprächiger. Doch gerade bei diesen Typen verläuft die Grenze zum Narzissmus oft fließend.

Macht ist vergänglich

Durch die Isolation in der Chefetage entsteht dann ein Nährboden für Bläh-Egos. So wird aus Selbstbewusstsein schnell Selbstüberschätzung und Überheblichkeit – ohne dass die Betroffenen das merken. 80 Prozent aller Angestellten wünschen sich einen Chef, der Fehler offen zugibt, ermittelte kürzlich die Unternehmensberatung Krauthammer. Allerdings sagten zugleich nur 43 Prozent, dass ihr Vorgesetzter das auch kann.

Im Mittelalter entwickelten Fürsten eine einfache Methode, der Isolation an der Spitze zu entgehen: Der Hofnarr durfte offen und ehrlich sagen, was die Untertanen über ihren Herrscher dachten und ihn daran erinnern, dass auch seine Macht vergänglich ist. Der Hofnarr hat zwar nicht überlebt, das Problem aber schon: Je höher sie in der Hierarchie steigen, desto seltener suchen Führungskräfte gezielt den Rat von unabhängigen Kritikern. Niemand hört nun mal gerne, dass er etwas besser machen könne oder gar falsch gemacht hat. Die Wahrheit tut weh. Zunächst jedenfalls.

Sie kann aber auch befreien. Vor allem dann, wenn sie Manager von dem Irrglauben abhält, unfehlbar sein zu müssen. Das Gegenteil ist der Fall: Führungskräfte werden dafür geschätzt, wie souverän sie mit Fehlern umgehen. Und nicht selten bewahrt die Fähigkeit, die Wahrheit zu ertragen, vor noch schlimmeren Fehlern.

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