Manager: Regel 7: Du sollst Fehler zulassen

Manager: Regel 7: Du sollst Fehler zulassen

40 Prozent der Mitarbeiter haben Angst vor Patzern.

Das Ergebnis überraschte Cathy van Dyck. Als die Psychologin von der Universität von Amsterdam vor einigen Jahren mehr als 100 deutsche und niederländische Mittelständler befragte, stellte sie fest: Unternehmen, die besonders offen und konstruktiv mit Fehlern umgingen, erreichten nicht nur ihre Ziele schneller – sie erwirtschafteten auch höhere Renditen und schlugen sich besser als die Konkurrenz.

"Irren ist menschlich", hieß es schon im alten Rom, "aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch". Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Fehler grundsätzlich in Ordnung sind – solange man sie nur einmal macht. Fakt ist aber auch: 40 Prozent der Mitarbeiter haben Angst davor, Fehler zu machen, so eine Studie der IGS Organisationsberatung aus Frechen bei Köln. Im Reich des einstigen Klinik-Königs Ulrich Marseille dürfte dieser Prozentsatz wesentlich höher liegen – er ist bekannt dafür, Führungskräfte öffentlich zusammenzustauchen und zum Weinen zu bringen.

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Zu eigenen Fehlern stehen

Riesenfehler! Entsprechend beherzt versuchen dem einige Buchautoren aktuell entgegenzuwirken. Fehler seien die Basis menschlicher Kreativität und persönlichen Wachstums, schreibt die US-Journalistin Kathryn Schulz, deren Werk "Richtig irren" im August in Deutschland erscheint. Jedoch immer unter der Voraussetzung, dass man daraus lernt.

Diese Lernkurve müssen Führungskräfte ihren Mitarbeitern zugestehen. Zumal Fehlurteile nicht zwangsläufig ein Zeichen von Inkompetenz oder Schwäche sind, sondern eher ein Beleg dafür, dass jemand neue Wege wagen wollte und sich dabei verrannt hat.

Um eine Fehlerkultur zu etablieren, sollten Chefs eigene Patzer aus der Vergangenheit vor den Mitarbeitern beichten, inklusive Lösung und Lektion. Außerdem rät die Düsseldorfer Personalberaterin Heike Cohausz zur Analyse. Ist der Fehler bedeutsam? Warum hat der Mitarbeiter ihn begangen? Fehlen ihm fachliche und persönliche Kompetenzen? Danach sollten Führungskräfte den Fehltritt ansprechen, so Cohausz: "Aber immer unter vier Augen und nie vor der Gruppe."

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