Marketing: Picknicks statt Facebook-Werbung

Marketing: Picknicks statt Facebook-Werbung

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Nespresso

von Manfred Engeser

Werbung auf Facebook, Twitter oder YouTube ist heute selbstverständlich. Um Fans und Kunden aber wirklich für Produkte zu begeistern, setzen Markenstrategen inzwischen wieder stärker auf das reale Leben – auf Picknicks, Konzerte oder Autokinos.

Die Nachricht kam fast beiläufig daher: "Ein kleines Goodie" habe man für die Kinobegeisterten unter den MiniFans vorbereitet, hieß es auf der Online-Plattform Minispace Ende Juni. Im Angebot: zwei Abende mit Independent-Filmen, terminiert für Mitte Juli in München. Die 30 Karten waren im Handumdrehen vergeben – schließlich liefen die Filme nicht in einem gewöhnlichen Kino in der bayrischen Landeshauptstadt, sondern im Open-Air-Drive-in auf dem Marstallplatz mitten in der Altstadt.

Tagsüber traf sich die Mini-Gemeinde zum Yoga, abends zu Konzerten mit angesagten Popbands wie The Ting Tings, zum Rave bis morgens um sechs mit prominenten DJs wie Paul van Dyk und Ricardo Villalobos und zu flippigen Modeschauen mit Nachwuchsdesignern. Oder eben zum Autokino im Mini-Cabrio.

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"danke für diesen wunderbaren Abend"

Wer nicht im eigenen Wagen vorfuhr, konnte die Independent-Streifen, die in Kooperation mit der Münchner Filmhochschule gezeigt wurden, in einem der 20 vom Autohersteller selbst zur Verfügung gestellten Minis genießen. Oder es sich auf einem der gigantischen Sitzsäcke bequem machen. Cola, Nachos und Popcorn waren ebenso gratis wie die Heimfahrt im Mini-Shuttle.

"Danke für diesen wunderbaren Autokino-Abend", schrieb Michael Hüttinger, einer von 2,7 Millionen Mini-Facebook-Fans noch in der Nacht nach dem Event. Dass die Vorführung am ersten Abend sturzbachähnlichen Regengüssen zum Opfer gefallen war, war da längst vergessen.

Kunden brauchen reale Beziehungen zu Marken

"Wir kommunizieren mit unseren Fans ausgiebig online", sagt Mini-Marketing-Chefin Stefanie Ludorf-Ring. "Aber die Marke braucht auch ganz klar die Interaktion mit den Kunden.“ Damit trifft die Automarke den Nerv der Zeit: In den vergangenen Monaten waren Werber und Markenstrategen geradezu berauscht vom Internet. Im Aufwind von Kanälen wie Facebook, Twitter und YouTube starteten sie eine virtuelle und virale Kampagne nach der anderen.

Nach dem Hype um Fans und Follower, folgt nun die Ernüchterung: Social Media wirken gut, am "real life" – dem echten Leben – führt aber trotzdem kein Weg vorbei. Oder zumindest an der Kombination aus Internet und klassischem Marketing. Dabei werden Facebook-Fans etwa zu Partys oder Picknicks, zu Konzerten oder ins Kino eingeladen. Und all das, damit Marken und Produkte auf spielerische Weise nachhaltig im Gespräch und im Gedächtnis bleiben.

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