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Marktschlussbericht Börse Frankfurt: Dax rutscht ins Sommerloch

Quelle: Handelsblatt Online

Am deutschen Aktienmarkt war heute keine klare Richtung erkennbar. Die Umsätze fielen erneut sehr niedrig aus, die Nachrichtenlage war dünn. Außerdem fehlten die wichtigen Impulse der US-Börsen, die sich bereits gestern ins Wochenende verabschiedeten.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag in einem ruhigen Handel mit leichten Verlusten geschlossen. Quelle: Reuters Quelle: handelsblatt.com
Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag in einem ruhigen Handel mit leichten Verlusten geschlossen. Quelle: Reuters Quelle: handelsblatt.com

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag in einem ruhigen Handel mit leichten Verlusten geschlossen. Der Dax klammerte sich an die Marke von 4 700 Punkten und schloss mit einem Minus von 0,22 Prozent auf 4 708 Punkte. Im Wochenvergleich büßte der deutsche Leitindex rund 1,4 Prozent ein. Der MDax beendete den Freitag mit minus 1,04 Prozent auf 5 701 Zähler, für den TecDax ging es um 0,73 Prozent auf 618 Punkte nach unten. Die wegen des am Samstag anstehenden Unabhängigkeitstages geschlossenen US-Börsen ließen viele Marktteilnehmer früher ins Wochenende ziehen, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Das Sommerloch auf der einen und die teils schlechten US-Daten auf der anderen Seite laden nicht gerade zu größeren Engagements ein", sagte er. Die Umsätze waren noch geringer als am Fronleichnamsfeiertag im Juni.

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"Abwarten und Tee trinken"

"Bereits am Donnerstag haben ausgelöst durch schwache US-Arbeitsmarktdaten verstärkt Gewinnmitnahmen eingesetzt, die ganze Woche stand im Zeichen der Konsolidierung", kommentierte ein weiterer Marktteilnehmer den Handel. Insgesamt bleibe das Handelsvolumen wohl auch in der kommenden Woche dünn, es werde gespannt auf die anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal gewartet. "Also lautet die Devise weiter: Abwarten und Tee trinken."

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten K+S mit einem Minus von mehr als zwei Prozent. "Die große Wachstumsgeschichte scheint da vorbei zu sein", sagte ein Händler. Er verwies auf Medieninterviews eines K+S-Vorstands. Dieser hatte gesagt, dass sich die Erholung der Nachfrage bis 2011 hinziehen könnte. Außerdem verwies der Händler darauf, dass K+S am Donnerstag deutlich weniger verloren hatten als der Dax und daher einen gewissen Nachholbedarf hätten. Das Schlusslicht im Leitindex waren Metro mit Abschlägen von 2,5 Prozent.

Solarwerte litten Händlern zufolge unter einem enttäuschenden Ausblick ihres chinesischen Konkurrenten LDK Solar vom Vorabend. Die im TecDax gelisteten Solarworld gaben 3,3 Prozent ab. Q-Cells büßten 3,8 Prozent ein. Der Solarzellenhersteller und LDK sind seit längerem Vertragspartner. Einige Händler vermuteten, Anleger zweifelten auch an den Aussichten für Q-Cells.

Banktitel gehörten in ganz Europa zu den Favoriten, nachdem sie am Vortag Federn lassen mussten. Barclays setzten sich mit einem Plus von knapp drei Prozent an die Spitze des Stoxx50. HSBC legten 1,7 Prozent zu. Hierzulande zählten Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank zu den größten Gewinnern. Commerzbank-Titel waren mit Kursaufschlägen von rund drei Prozent Spitzenreiter im Dax und machten damit einen Teil der Verluste vom Vortag wieder wett.

Der Bundestag machte den Weg für die Einrichtung von Bad Banks zur Bereinigung der deutschen Bankbilanzen frei. Das Gesetz erlaubt den Geldinstituten die Auslagerung von weitgehend wertlosen Geldanlagen und ganzen Geschäftsbereichen. Die Commerzbank und die Postbank hatten bereits erklärt, der Auffanglösung für toxische Papiere grundsätzlich offen gegenüberzustehen. Postbank-Papiere notierten gegen den positiven Branchentrend mehr als ein Prozent im Minus.

"Die Aktienmärkte sind bereits weit vorgelaufen, was sich hauptsächlich auf Konjunkturhoffnungen gestützt hatte", sagte ein Händler. Der Dax hatte seit seinem Jahrestief im März rund ein Drittel zugelegt. Mit den US-Arbeitsmarktdaten holte die Anleger die Realität mit einem Paukenschlag wieder ein. Für das gerade begonnene dritte Quartal sind viele Börsianer skeptisch. Die in den nächsten Wochen anlaufende Bilanzsaison könnte so manche Enttäuschung mit sich bringen und zeigen, dass die Rezession länger dauert als von vielen befürchtet.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 03.07.2009, 17:08 UhrRalfi

    "Die Umsätze sind sehr dünn" --- Mache doch bitte mal jemand eine Statistik, um vorstehende Worte in eines Aussage zu wandeln. Wenn der DAX bei 1/2 des Werts vor einem Jahr steht und dieselbe "Menge" derselben Aktien gehandelt werden, halbiert sich auch der Umsatz. ist das bei diesem Satz da vorn "eingepreist"?

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