Methodik: Berechnung der Aktienkennzahlen

Methodik: Berechnung der Aktienkennzahlen

Wie die Boston Consulting Group den Wert von Unternehmen ermittelt.

Boston Consulting Group (BCG) berechnet seit zehn Jahren für die WirtschaftsWoche, welche Kennzahlen den Börsenwert der 5500 größten Unternehmen weltweit bestimmen und inwiefern dieser Börsenwert fundamental gerechtfertigt ist. Zentrale Größe ist der Gesamtertrag aus Kursgewinn und Dividende (Total Shareholder Return, TSR). Untersucht wird, welche Faktoren diesen Gesamtertrag jeder Aktie wie stark treiben.

Umsatzwachstum. Bei sonst gleichen Bedingungen, also gleicher Gewinnmarge, gleicher Aktien-Anzahl, gleichen Schulden und gleicher Dividende, müsste ein Unternehmen, das 2009 doppelt so viel Umsatz macht wie 2008, an der Börse theoretisch doppelt so viel wert sein. Das ist es in der Praxis so gut wie nie. Dazu gleich mehr. Gewinnmarge. Verbessert sich der Anteil des Gewinns am Umsatz binnen eines Jahres von 10 auf 20 Prozent, müsste das Unternehmen ebenfalls seinen Börsenwert verdoppeln – jedenfalls dann, wenn die anderen Parameter gleich bleiben. Aktienanzahl. Verringert sich die Zahl der Aktien, etwa durch ein Aktien-Rückkaufprogramm, ist das theoretisch wertsteigernd. Gewinne und Dividenden müssen dann mit weniger Aktionären geteilt werden. Umgekehrt gilt: Steigt die Zahl der Aktien (etwa durch Kapitalerhöhungen oder Optionen als Teil der Management-Vergütung), so wirkt das klar wertmindernd. Schulden. Sie sind dem Wert des Unternehmens abträglich – ein potenzieller Käufer müsste sie mit übernehmen und tilgen sowie Zinsendienst leisten. Deshalb ist Schuldenabbau wertsteigernd.

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Dividende. Sie kann aus Anlegersicht zum Kursgewinn addiert werden; die Dividende macht auf lange Sicht fast ein Drittel des Gesamtertrages einer Aktie aus. Gewinnbewertung. Sie misst die Veränderung des Verhältnisses zwischen Unternehmenswert (Börsenwert + Schulden – Nettocash) und Ebitda (operativer Gewinn vor Steuern, Abschreibungen, Amortisierungen und Zinsen). Dieser Faktor liefert wertvolle Hinweise auf über- und unterbewertete Aktien. Steigt er schneller als die anderen Faktoren, insbesondere als Umsatz und Marge, läuft die Aktie möglicherweise in eine Phase der Überbewertung hinein. Diese muss nicht sofort abgebaut werden – früher oder später aber wird sie es. Das zeigen die über zehn Jahre gesammelten Daten der BCG-Forscher.

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