Methodik: Wie BCG die Werttreiber aufspürt

Methodik: Wie BCG die Werttreiber aufspürt

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Händler an der Börse. Um den wahren Wert eines Unternehmens zu erfahren, muss viel beachtet werden.

von Stefan Hajek

Welche Unternehmen schaffen am meisten Wert für Aktionäre? Wie die Boston Consulting Group die besten Aktien der Welt 2010 ermittelt und die Wachstumstreiber der einzelnen Branchen aufspürt.

Welche Unternehmen schaffen am meisten Wert für Aktionäre? Der Ertrag für Aktionäre seit 2005, zusammengesetzt aus Wertzuwachs und Dividenden (Total Shareholder Return, TSR), steht in den Tabellen in der linken Spalte in Prozent pro Jahr. Wie dieser zustande kommt, geht aus den Ziffern jeweils in der Mitte der Tabellen hervor. BCG hat fünf Wachstumstreiber identifiziert: Umsatz, Gewinnmarge (Ebitda-Marge), Dividende, Verringerung der Aktienzahl durch Rückkauf, Schuldenabbau. Rückgänge der ersten drei Größen, eine höhere Aktienzahl durch Kapitalerhöhungen und Schuldenmachen sind negativ. Die sechste Spalte (fett gedruckte Ziffern) zeigt, wie sich die Bewertung des Unternehmens an der Börse verändert hat. Anders als über die ersten fünf Werttreiber hat das Unternehmen den Zuwachs hier nicht aus eigener Kraft geschafft – es verdankt ihn der geänderten Sicht der Anleger, die ihm einen höheren Börsenwert zugestehen. Dominiert dieser Faktor, signalisiert dies Überbewertung.

Grundsätzlich gilt: Bei sonst gleichen Bedingungen (Marge, Schulden, Dividende) müsste ein Unternehmen, welches seinen Umsatz verdoppelt, an der Börse doppelt so viel kosten; ebenso wie eines, das ceteris paribus seine Gewinnmarge verdoppelt. Da dies aber in der Realität nie der Fall ist, kristallisieren sich unterbewertete und überbewertete Aktien heraus.

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Lesebeispiel für die Tabellen

Am Beispiel Israel Chemicals berechnet sich der Gesamtertrag (TSR) von 41,8 Prozent pro Jahr so: Zwölf Prozentpunkte pro Jahr trug im Schnitt Umsatzwachstum bei, acht Prozentpunkte die verbesserte Marge; die Dividende trug weitere sechs Prozentpunkte bei, die Schuldentilgung drei; Kapitalerhöhungen vernichteten einen Prozentpunkt. Die Bewertung der Firma an der Börse stieg im Schnitt um jährlich 14 Prozent. 12 + 8 +6 +3 –1 + 14 = 42. Die Erwartungsprämie (vorletzte Spalte) zeigt, ob der Wert des Eigenkapitals an der Börse dem Wert der künftigen Mittelzuflüsse (Cash-Flow) des Unternehmens entspricht. Rote Ziffern: Die Börse bewertet das Unternehmen höher, als es dessen künftiger Ertragskraft entspricht. Grüne Ziffern: Anleger setzen zu niedrige Erwartungen in die Ertragskraft – ein Zeichen für Unterbewertung.

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