Milliarden-Verluste: Lehman im Strudel der Finanzkrise

Milliarden-Verluste: Lehman im Strudel der Finanzkrise

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Zentrale von Lehman Brothers in New York

Bear Stearns, JP Morgan Chase, Fannie Mae und Freddie Mac: Die Finanzkrise greift nach einem neuen Opfer. Die schwer angeschlagene US-Investmentbank Lehman Brothers gerät immer tiefer in den Abwärtsstrudel. Im dritten Quartal machte das Geldhaus einen Verlust vom 3,9 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro).

Lehman Brothers will sich mit dem Teilverkauf ihrer Vermögensverwaltungsbranche und der Ausgliederung der Gewerbeimmobilien in eine eigene Aktiengesellschaft finanziell Luft verschaffen.

Bereits im zweiten Quartal seines am 1. Dezember beginnenden Geschäftsjahres hatte Lehman Brothers wegen der US-Hypothekenkrise einen Verlust von 2,87 Milliarden Dollar hinnehmen müssen und damit erstmals seit seiner Ausgliederung aus American Express im Jahr 1994 rote Zahlen geschrieben. In diesem Jahr verlor die Bank damit schon 6,5 Milliarden Dollar.

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Lehman Brothers kündigte an, einen Anteil von 55 Prozent am Investment-Management verkaufen zu wollen, zu dem auch die erst 2003 übernommene Vermögensverwaltung Neuberger Berman gehört. Der Name eines möglichen Käufers wurde nicht genannt; Vorstandschef Richard Fuld sprach von „fortgeschrittenen Verhandlungen“.

Der Wert des Investment-Managements wird von Analysten insgesamt auf zehn Milliarden Dollar geschätzt. Außerdem sollen Anfang 2009 Gewerbeimmobilien im Wert von 25 Milliarden bis 30 Milliarden Dollar in eine neue Aktiengesellschaft mit Namen REI Global (Real Estate Investments Global) ausgegliedert werden. Ferner soll die Dividende auf fünf Cent gekürzt werden, nach zuletzt 68 Cent.

Zusammengenommen würden diese Maßnahmen die Firma schnell von Risiken befreien und in eine neue Größe bringen, erklärte Fuld in einer Telefonkonferenz für Investoren. „Eine starke und saubere Bilanz wird uns befähigen, uns wieder auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren.“ Fuld fügte hinzu, das Geldhaus werde „alle strategischen Alternativen prüfen, die den Wert für die Aktionäre steigern können“. Beobachter werteten das als Andeutung, dass Lehman Brothers auch für eine vollständige Übernahme durch ein anderes Finanzhaus offen wäre.

Börsenwert sinkt dramatisch

Gespräche über einen Einstieg der staatseigenen Korea Development Bank (KDB) waren allerdings zuvor bereits gescheitert, wie heute bestätigt wurde. KDB begründete die Entscheidung mit „Differenzen“ und dem Verweis auf die Finanzmarktlage. An der Börse ist der Wert von Lehman Brothers drastisch gesunken: Gestern war Lehman Brothers nur noch 5,4 Milliarden Dollar wert, vor einem Jahr waren es noch 36 Milliarden Dollar.

Die internationale Bankbranche hat im Zusammenhang mit der seit mehr als einem Jahr grassierenden Hypothekenkrise mittlerweile mehr als 300 Milliarden Dollar verloren. In den USA sind bereits mehrere Banken zusammengebrochen oder wurden in letzter Sekunde gerettet, wie Bear Stearns im März durch eine Übernahme durch JP Morgan Chase und jüngst die Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac durch eine staatliche Zwangsverwaltung.

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