Neue Bilanzregeln zu Leasing: Milliardenlasten der Dax-30-Unternehmen aufgedeckt

Neue Bilanzregeln zu Leasing: Milliardenlasten der Dax-30-Unternehmen aufgedeckt

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Leasingverpflichtungen der Dax-Unternehmen (Für eine komplette Anzeige auf die Tabelle klicken)

von Christof Schürmann

Auf die 30 Unternehmen des Deutsche Aktienindex (Dax) rollt eine Schuldenlawine zu. Laut einer exklusiv für die WirtschaftsWoche angefertigten Studie der Stuttgarter Beratungsgesellschaft FAS AG werden sich 2011 neue Schulden in Höhe von 76,3 Milliarden Euro in den Bilanzen niederschlagen.

Gestern legten die Bilanzierungsräte in den USA und Europa neue Regeln vor, die von Mitte 2011 an für die Bilanzierung von Leasinggegenständen wie Flugzeugen, Maschinen oder Immobilien gelten sollen. Die Stuttgarter Beratungsgesellschaft FAS AG hat exklusiv für die WirtschaftsWoche errechnet, wie stark die 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) von der Neuregelung betroffen sein werden.

Das Ergebnis ist brisant: 76,3 Milliarden Euro an neuen Schulden werden in den Bilanzen der 30 Dax-Unternehmen auftauchen.  Auf die 30 Unternehmen des Deutsche Aktienindex (Dax) rollt damit eine Schuldenlawine zu.

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Die Unternehmen müssen künftig alle Leasingschulden auf ihre Bilanz nehmen

Laut einer exklusiv für die WirtschaftsWoche angefertigten Studie der Stuttgarter Beratungsgesellschaft FAS AG werden sich 2011 neue Schulden in Höhe von 76,3 Milliarden Euro in den Bilanzen niederschlagen.

Grund sind Änderungen der für börsennotierte Unternehmen geltenden Bilanzstandards IFRS und US-GAAP, die laut gestern beschlossenen Plänen der Bilanzierungsräte in Europa und den USA im zweiten Quartal 2011 in Kraft treten sollen.

Demnach müssen die Unternehmen künftig alle Leasingschulden auf ihre Bilanz nehmen. Nach bisheriger Regelung durften sie einen Großteil der Schulden aus Leasinggeschäften außerbilanziell führen. Am stärksten betroffen von der Neuregelung sind die Deutsche Post, bei der die Nettofinanzschulden um 160 Prozent oder 7,3 Milliarden Euro steigen werden, die Deutsche Telekom (52 Prozent / 22,7 Milliarden Euro) und Metro (136 Prozent / 9,7 Milliarden Euro). Bei Adidas steigt die Verschuldung um gut eine Milliarde Euro oder 89 Prozent, bei der Lufthansa um knapp 2,3 Milliarden Euro oder 90 Prozent.

Deutsche Post, Deutsche Telekom und Metro sind am stärksten betroffen

Bei den netto schuldenfreien Dax-Unternehmen Infineon und SAP sinkt die Liquidität der Untersuchung zufolge um 78 beziehungsweise 41 Prozent.

Fast alle Dax-Unternehmen sind von der Neuregelung stark betroffen, nur bei Beiersdorf, RWE, Henkel, K+S und den Finanzdienstleistern halten sich die Auswirkungen in Grenzen. Vor allem für Gläubiger wichtige Kennziffern wie Verschuldungs- und Eigenkapitalquoten werden sich nach der Neuregelung deutlich verschlechtern.

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