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Neuer "Autopilot" von VW: Einfach mal loslassen

Quelle: Handelsblatt Online

Für manche klingt es wie ein Albtraum: Ein neues VW-Assistenzsystem greift dem Fahrer direkt ins Lenkrad. Doch das Ziel des Forschungsprojekts ist es, zu entspannen und Fahrfehler auf monotonen Strecken zu reduzieren. Der "Temporary Auto Pilot" erlaubt es, bei bis zu 130 km/h die Hände vom Steuer zu nehmen. Allerdings muss man die Augen offen halten.

VW Forschungsfahrzeug HAVE-IT: Ein neues Assistenzsystem chauffiert den Fahrer, der zeitweise die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Quelle: handelsblatt.com
VW Forschungsfahrzeug HAVE-IT: Ein neues Assistenzsystem chauffiert den Fahrer, der zeitweise die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Quelle: handelsblatt.com

HB DÜSSELDORF. Volkswagen hat einen Autopiloten entwickelt, der den Fahrer auf monotonen Strecken zeitweise entlasten soll. Der Hintergrund: Zunehmende Automatisierung im PKW soll helfen, Verkehrsunfälle zu verhindern. Dabei zeigt das Forschungsfahrzeug "HAVE-IT" von Volkswagen im Rahmen des gleichnamigen europäischen Forschungsprojektes ("Highly Automated Vehicles for Intelligent Transport")mögliche Lösungen auf.

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"Da neunzig Prozent der schwerwiegenden Unfälle durch menschliches Versagen verursacht werden, ist für Volkswagen das Projekt für die Fahrzeugsicherheit von entscheidender Bedeutung", erklärte Professor Jürgen Leohold, Chef der Volkswagen Konzernforschung, bei der Vorstellung des Forschungsfahrzeugs.

Der Temporary Auto Pilot (TAP) stellt in Abhängigkeit von Fahrsituation, Umgebungserfassung, Fahrer- und Systemzustand eine Automatisierung für den Fahrer auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen zwischen 0 und 130 km/h bereit. Bei dieser automatischen Fahrzeugführung übernimmt das System die Quer- und Längsführung des Wagens. Aufgrund der automatischen Längs- und Querführung kann der Fahrer während der Fahrt die Hände vom Lenkrad nehmen und sich chauffieren lassen.

Dabei muss er das System aber dauerhaft überwachen. Das wird von der Fahrerzustandserfassung mithilfe direkter (Überwachung des Lidschlags) und indirekter (Überwachung der Lenkbewegung) Methoden zur Müdigkeitserkennung erfasst.

Die zukünftige Entwicklung der Fahrerassistenzsysteme zielt auf eine stärkere Bündelung und Automatisierung von Funktionen. Mit Hilfe automatischer Fahrfunktionen sollen Unfälle verhindert oder deren Folgen gemindert werden, die durch Fahrfehler eines unaufmerksamen, abgelenkten Fahrers in monotonen Fahrsituationen bedingt sind, wie sie beispielsweise bei Fahrten im Stau oder bei Langstreckenfahrten auftreten.

Das europäische Forschungsprojekt "HAVE-IT" läuft vom Februar 2008 bis Juli 2011. In der Initiative arbeiten 20 Unternehmen aus der Automobil- und Zuliefererbranche sowie Forschungsinstitute zusammen. Leohold ist Mitglied des EUCAR Councils, Der Verband (European Council for Automotive Research and Development) vertritt die gemeinsamen Forschungsinteressen der 13 größten Automobilhersteller in Europa und steht in direktem Kontakt mit der Europäischen Kommission und dem Parlament.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.11.2010, 17:15 UhrNicht Dumm

    Das ist doch gut für Frauen, dann können sie "loslassen", wenns brenzlich wird.

  • 11.11.2010, 16:26 UhrHoschi

    Will VW die Zahlen von 90 % Fahrerversagen dadurch reduzieren, dass zukünftig mehr Unfälle durch die Technik erfolgt?

    Unterstützung durch Augenüberwachung ist noch o.k., aber ganz auf Autopilot zu setzen finde ich momentan übertrieben. Vielleicht sind wir Fahrer in 20 Jahren soweit.

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