_

Neujahrsempfang der Deutschen Börse: Steinbrück warnt vor Überreaktion an Finanzmärkten

von rtr

Finanzminister Peer Steinbrück hat die Finanzmärkte vor Überreaktionen wegen der von den USA ausgehenden Kreditkrise gewarnt.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück Quelle: AP
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warnt vor Überreaktion an Finanzmärkten Quelle: AP

Auch die möglichen Folgen einer Rezession der amerikanischen Wirtschaft für Europa dürften nicht überbewertet werden, sagte der SPD-Politiker gestern Abend beim Neujahresempfang der Deutschen Börse in Frankfurt. Die hohe Nervosität und starken Schwankungen an den Börsen seien unangebracht. Allerdings rechne er damit, dass die Turbulenzen weiter anhalten.

Anzeige

Die wesentlichen Ursachen für die Turbulenzen der letzten Wochen seien Fehlentwicklungen, die nicht erst im vergangenen Jahr ihren Anfang genommen hätten. Derzeit vollziehe sich eine "notwendige Korrektur der Exzesse, Übertreibungen und Maßlosigkeiten, die sich über die vergangenen Monate und Jahre aufgebaut haben", sagte Steinbrück. Deshalb bleibe die Situation auf den Finanzmärkten auch 2008 prekär mit Folgen für die gesamte Wirtschaft vor allem in den USA.

Dort sieht Steinbrück inzwischen Anzeichen für eine Rezession, die von Börsianern schon seit einiger Zeit befürchtet wird. Die Wachstumsabschwächung sei eindeutig. "Rezessive Tendenzen sind dort klar erkennbar", sagte Steinbrück. "Auch in Europa und Deutschland werden wir in unserer Realwirtschaft etwas davon spüren." Dennoch sehe er für übertriebenen Pessimismus "angesichts robuster und gesunder Fundamentaldaten in Deutschland und Europa keinerlei Anlass".

Für Deutschland bekräftigte der Minister die Wachstumsprognose der Regierung von 1,7 Prozent in diesem Jahr. Das sei immer noch ein Wert, bei dem 2004 die Champagnerkorken geknallt hätten. Die Auftragsbücher der deutschen Industrie seien voll, die Kraft zur Selbstfinanzierung groß. Es gebe keinen Grund, in Panik zu verfallen, mahnte er.

Steinbrück: Banken sollten schnell reinen Tisch machen

Das wichtigste Gebot der Stunde für die Banken sei, jetzt schnell "reinen Tisch" zu machen bei Abschreibungen und Verlusten als Folge der Finanzmarktkrise - "und zwar ohne langen Aufschub." Wer sich in "Häppchen" offenbare, provoziere nicht nur eine Abstrafung durch den Markt, sondern Schaden für den gesamten Finanzsektor.

Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise im Bankensektor und auf den Finanzmärkten müsse die Transparenz erhöht werden. Steinbrück forderte Verbesserungen beim bankeninternen Risikomanagement. Für mehr Transparenz werde sich Deutschland auch international einsetzen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.02.2008, 19:50 UhrAnonymer Benutzer: S.!

    ich kann diesen Steinbrück nicht sehen! Er mit seinem Schlapperkinn und seine wichtigen Kommentare, die jeder Grundschüler abgeben könnte! Er tut immer so wichtig und verständnisvoll und kassiert selbst eine Menge Geld. ich verstehe nicht, daß so ein Rückenschleimer so hoch steigen kann! Aber er kann natürlich auch noch tief fallen...! Mensch, Frau Merkel, schauen Sie sich den doch mal richtig an! Durchschauen Sie ihn doch bitte mal!

  • 14.02.2008, 09:05 UhrAnonymer Benutzer: K1200RS

    Dummes Zeug,
    die Situation ist nun mal da, die blauäugigen
    Amerikaner glauben ja alles, auch dass man mit
    nichts ein Haus kaufen kann.
    Unser Finazminister soll seine Arbeit machen,
    Steuern so gering wie möglich halten, die Ausgaben drosseln und sich raushalten.
    Der Markt reinigt sich auch ohne Politiker.

  • 12.02.2008, 06:09 UhrAnonymer Benutzer: Udo G. Hartmann

    Ja, ja Exzesse, Übertreibungen, Überreaktionen..... ich sage nur 100 Prozent Verlustrisiko bei relativ nur 70% Gewinnchance - das gilt ab 2009 für patriotisches deutsches Aktienkapital. Ach so ja 0% Risiko für Herrn Steinbrück bei 30% Kursgewinnsteuerchance gehört natürlich noch dazu. Wer so ran geht an die Krise, entwertet die deutschen AG´s für Kapitalanleger um fast ein Drittel. Macht nichts ? Nö macht nichts wenn bald jeder dritte Arbeitsplatz bei AG´s mangels investoren flöten geht. Die Erbsenzähler im bundestag werden das Erbsenfaß schon zum Überquellen bringen - da sind wir ganz gelassen. Habe ich die Verdoppelung der Dividendensteuer ab 2009 schon erwähnt ?

Alle Kommentare lesen

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche