Obermatt-Chef Stern : "So nahe am operativen Geldfluss wie möglich"

Obermatt-Chef Stern : "So nahe am operativen Geldfluss wie möglich"

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Herrmann Stern, Geschäftsführer des Schweizer Finanzresearch-Dienstleisters Obermatt.

von Manfred Engeser

Der Chef des Schweizer Finanzresearch-Unternehmens Obermatt über die Transparenz, die sein CEO-Index schafft – insbesondere bei der Frage, wer sein Geld wirklich wert ist.

WirtschaftsWoche: Herr Stern, Deutschlands bester CEO 2010 ist ein Brite. Sind deutsche Manager nicht gut genug?

Stern: Das ist Zufall. Es zeigt, wie international vergleichbar Manager inzwischen sind und wie global sich einige Unternehmen aufgestellt haben.

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Wie gut haben sich die Deutschlands Topmanager 2010 geschlagen?

Sehr gut. Wir beobachten das nun schon seit einigen Jahren – und 2010 war für die deutschen Unternehmen und ihre Vorstände das beste. Im Vergleich zum Rest der Welt haben die börsennotierten Konzerne wesentlich besser abgeschnitten als in den Vorjahren. Das ist nicht einfach.

Aber 2010 war es doch auch leichter, erfolgreich zu sein, als noch 2009.

Dem einen oder anderen Unternehmen mag die anziehende Konjunktur in die Hände gespielt haben – für unser Ranking spielt das allerdings keine Rolle. Wir messen nur, was das Unternehmen, unabhängig von externen Einflussfaktoren, geleistet hat. Wir neutralisieren durch die Indexierung den Konjunktureinfluss.

Welche Messlatte legen Sie an an die Leistung eines CEO?

Zu seinen ureigenen Aufgaben zählt, Gewinn zu erzielen. Das messen wir – relativ zu den Wettbewerbern unabhängig von kurzfristigen Schwankungen an der Börse. Deswegen verwenden wir auch nicht den Aktienpreis als Indikator.

Es gibt aber viele Arten, Gewinn zu messen. Ihre zentrale Kenngröße ist das Ebitda – der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation. Warum?

Wir versuchen, so nahe am operativen Geldfluss zu sein wie möglich. Letztlich kann man nur das Geld ausschütten, das man verdient hat.

Dazu würde auch ein Blick in die Erfolgsrechnung genügen. Warum der Index?

Es geht nicht um den absoluten, sondern um den relativen Gewinn. Wir betrachten, wie sich in einem Unternehmen der Gewinn von einer zur nächsten Periode verändert hat, und vergleichen diese Veränderung mit dem Wert, den andere, ähnliche Unternehmen im gleichen Zeitraum erzielen konnten. Das führt zu einem objektiven Ergebnis und ist die Basis unserer Rangliste.

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