Optionsgeschäfte: EADS-Insiderermittlungen: Viel Lärm um nichts

KommentarOptionsgeschäfte: EADS-Insiderermittlungen: Viel Lärm um nichts

Die überraschenden Freisprüche bei den EADS-Insiderermittlungen hinterlassen ein schales Gefühl – bei Anlegern und Aktionären.

Wenn es um Europas größtem Luftfahrtunternehmen EADS geht, ist man ja einiges an Überraschungen gewöhnt. Aber der kollektive Freispruch der französischen Börsenaufsicht um mögliche Insidergeschäfte erstaunt dann selbst langjährige Beobachter.

Schließlich wurde kaum ein Verfahren in den vergangenen Jahren so laut und in der Öffentlichkeit geführt wie dieses. Ermittelt wurde gegen die Großaktionäre Daimler und den Verleger Arnaud Lagardère sowie gut 1100 Manager wie den ehemaligen EADS-Chef Noel Forgeard. Airbuschef Thomas Enders brandmarkte das ganze sogar als Schauprozesse. Topmanager wurden über Nacht in Beugehaft genommen und berichteten von übel riechenden Zellen und Dolmetschern ohne große Sachkenntnis. Ständig drangen Einzelheiten nach außen, die sich dann als bestenfalls halbwahr erwiesen. Überall wucherten die Spekulationen, die zwischen Deutschland und Frankreich für nichts als böses Blut gesorgt haben. Und zu guter Letzt gab es gar eine Vorverurteilung, weil der zuständige Berichterstatter einen Teil der Manager für Schuldig hielt. Und jetzt außer Spesen nichts gewesen?

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Freispruch zweiter Klasse

Nicht ganz. Auch wenn nach dem ganzen Aufwand nun ein Freispruch folgt, ist das vorsichtig einer zweiter Klasse. "Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass die Kenntnis dieser Verzögerungen kein Insiderwissen darstellt", lautet die lapidare Begründung der Aufsichtsbehörde. Mit anderen Worten: die Beschuldigten wussten, das mehr als zwölf Milliarden Euro teure Projekt A380 stand vor großen Problemen, die zu massiven Mehrkosten und wahrscheinlich auch einer mehrjährigen Verspätung führt. Aber sie konnten die Tragweite all dessen nicht erahnen. Mit anderen Worten, die damalige EADS-Spitze und die Anteilseigner sind ein bisschen naiv oder gutgläubig. Nur die kleineren Aktionäre die erkannte Bedeutung sofort und schickten die Aktie durch massive Verkäufe auf Talfahrt, sobald sie von der Verspätung erfuhren.

So bleibt nur ein schaler Geschmack. Und die Lösung befördert am Ende statt eines Gerechtigkeitsempfinden eher Verschwörungstheorien.

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