
Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass auch britische Behörden einem Informanten Geld für die Übergabe von Bank-Daten vermeintlicher Steuersünder gezahlt hat - angeblich 132.000 Euro -, blickt der britische » Observer sehnsüchtig nach Deutschland: Während es in London eine heftige Reaktionen gegen die Pläne zur Besteuerung wohlhabender Ausländer ("Non-Doms") gebe - eine Kampagne der "organisierten Heuchelei" -, sei man in Deutschland bereit, die Privilegien der Reichen zu beschneiden.
Die deutschen Behörden seien bei ihren Ermittlungen gegen Steuersünder "bewundernswert hart" - was die Leserbriefseite der Financial Times in eine "Klagemauer" für "lustige Geld-Menschen aus der ganzen Welt" verwandelt habe. Die Ausführungen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, dass die Elite das Gesetz respektieren und die Daumenschrauben für Liechtenstein angezogen werden müssten, seien von Premierminister Gordon Brown oder dem Chef der britischen Konservativen Tory-Chef David Cameron kaum zu erwarten. "Großbritannien ist ein Land, in dem (...) die Behörden Spionagekameras in Abfalleimern anbringen können, Steuerfahnder können jedoch nicht die Büros von Betrügern aushorchen oder Spione nach Jersey schicken", klagt das Blatt.
Das » Stern. Volkerts hohe Sonderboni wären von VW nicht kunstvoll versteckt worden, würden die Zuwendungen nicht gegen geltendes Recht verstoßen, argumentiert das Blatt. Der Ex-Betriebsratschef habe diskret millionenschwere Zuwendungen kassiert. "Das Geld floss nicht, weil er dafür besonders viel geleistet hätte, sondern weil er sich die Machtposition vergüten ließ." Zwar bilde der Richterspruch die damalige Konzern-Hierarchie tatsächlich nicht ab. "Doch der Hauptnutznießer des Systems heißt Volkert, nicht Hartz. Dafür wird er nun härter bestraft."
Revolution in der europäischen Landwirtschaft
Zum Beginn des französischen Salon de l'agriculture fordert » New York Times rät Microsoft, den Plan zur Übernahme von Yahoo aufzugeben und stattdessen die deutsche Software-Schmiede SAP zu kaufen. Statt zwei notleidende Geschäfte zu fusionieren - das eigene Online-Angebot mit dem von Yahoo -, solle sich Microsoft besser im Bereich Business-Software verstärken und dabei von den Stärken Oracles lernen. Das Unternehmen habe sich mit "beeindruckender Regelmäßigkeit" - 37 strategische Übernahmen seit 2005 - in seinem Kerngeschäft verstärkt. SAP und Microsoft hätten bereits 2003 über eine Fusion verhandelt. Seitdem habe Microsoft eine "beneidenswerte Position" erlangt, da die Firma in den Datenzentren der größten Unternehmen der Welt beinahe universal präsent sei. Für Oracle wäre eine Allianz mit den Deutschen - nach der SAP weiterhin autonom operieren könne, um ein "interkulturelles Integrations-Fiasko" zu vermeiden - der "größte Alptraum".
China verliert Wettbewerbsvorteile
Die billigsten Waren kommen nicht mehr aus China, berichtet die » Reuters, ist die längste Phase des Aufschwungs seit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende, das Rezessionsrisiko sei groß - immer mehr Frauen trügen die Haare nämlich kurz. Auch in den 1990ern, nachdem die japanische Wirtschaftsblase geplatzt sei, hätten die meisten Frauen kurze Haare getragen; erst seit 2002, seitdem die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen habe, würden die Haare wieder länger getragen.
Für Handelsblatt.com zusammengestellt von » ecolot.de
Mitarbeit: Anne Huschka, Peggy Pfaff.







