Private Equity: Indus-Chef: "Die Tendenz zeigt nach oben"

Private Equity: Indus-Chef: "Die Tendenz zeigt nach oben"

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Helmut Ruwisch

von Anton Riedl

Warum Indus-Chef Helmut Ruwisch auf Medizintechnik setzt, die Dividende bald wieder erhöhen will und keine Angst vor Großaktionären hat.

WirtschaftsWoche: Herr Ruwisch, die Wirtschaftskrise brachte viele mittelständische Unternehmen in Schwierigkeiten. Sind Zukäufe für Indus jetzt besonders günstig?

Ruwisch: Für uns ist das Umfeld in der Tat gut. In den vergangenen drei Jahren waren die Preise für Unternehmen viel zu hoch. Das hat sich beruhigt. Die Ergebnisse der Unternehmen wurden schwächer, die Bewertungen sanken, Banken stehen bei der Finanzierung nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung. Zudem werden Käufe spekulativer Private-Equity-Gesellschaften weniger.

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Wie viele Unternehmen wollen Sie in diesem Jahr kaufen?

Wir sind in einer ähnlichen Lage wie nach dem Boom des Neuen Marktes. Damals waren die Unternehmenspreise zunächst überhöht, wir haben nichts gekauft. 2002 und 2003 gingen die Preise zurück, und wir übernahmen vier Unternehmen pro Jahr. Das könnte auch 2010 und 2011 so laufen.

Im Januar stieg Indus bei dem Medizintechnik-Zulieferer Hakama ein. Sind Ihnen zyklische Branchen wie Auto oder Bau zu gefährlich?

Nein, wir kaufen Nischenunternehmen aus verschiedenen Branchen, möglichst Marktführer. Hakama liefert Metallgehäuse für Medizintechniker wie Dräger, Siemens Medical oder Sartorius. Das ist ein krisenresistentes Geschäft, das unsere Ausrichtung ergänzt. Wenn wir noch zwei oder drei Unternehmen dazukaufen, haben wir ein eigenes Segment Medizintechnik.

Können Sie das finanzieren?

Wir haben derzeit 90 Millionen Euro Liquidität und 45 Millionen Euro feste Kreditzusagen auf unser Beteiligungsportfolio. Das ist unser Pulver, mit dem wir die nächsten zwei Jahre angehen.

Derzeit sind 11 von 41 Indus-Beteiligungen Autozulieferer. Die Abwrackprämie gibt’s nicht mehr, Zulassungszahlen brechen ein – schlechte Aussichten für 2010.

Unsere Unternehmen liefern vor allem an Mercedes, BMW, Audi oder Jaguar. Hier gab es, anders als bei Kleinwagen, keinen künstlichen Schub durch die Abwrackprämie, das Rückschlagsrisiko ist gering. Zudem sind wir vor allem auf Spezialgebieten tätig – bei Forschung und Entwicklung, beim Design neuer Modelle, beim Bau von Prototypen. Hier ist das Geschäft stabiler als bei Lieferanten für Großserien.

Dennoch schnitten Ihre Autozulieferer 2009 nicht gut ab.

Uns macht das erratische Bestellverhalten großer Hersteller zu schaffen. Produktionsrisiken werden an Zulieferer ausgelagert. Bis Mitte des Jahres sieht es jetzt aber gut aus.

Ein Viertel der Indus-Beteiligungen stammt aus der Bauindustrie. Fürchten Sie das Auslaufen der Konjunkturprogramme?

Nein, unsere Beteiligungen sind Spezialisten. Hier gibt es wenig Konkurrenz, die Einnahmen sind stabiler als im Massengeschäft. Der harte Winter hat etwas gedämpft, dafür rechnen wir nun mit Nachholbedarf.

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