Profi-Anleger: Die Geldanlagen der besten Vermögensverwalter - Seite 5

Profi-Anleger: Die Geldanlagen der besten Vermögensverwalter

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PSM Vermögensverwaltung - Ralf Borgsmüller, Eckart Langen von der Goltz, Joachim Paul Schäfer (von links) Quelle: Armin Brosch für WirtschaftsWoche
PSM Vermögensverwaltung - Ralf Borgsmüller, Eckart Langen von der Goltz, Joachim Paul Schäfer (von links) Quelle: Armin Brosch für WirtschaftsWoche

1964 gründete Eckart Langen von der Goltz die heute älteste Vermögensverwaltung Deutschlands; Schäfer kam nach 20 Jahren beim US-Broker Prudential Bache 1996 an Bord. Ralf Borgsmüller arbeitete zuvor bei Dr. Jens Ehrhardt Kapital und war Geschäftsführer der Vermögensverwaltung einer Fürstenfamilie.

Schäfer ist für die kommenden Jahre skeptisch. „Märkte wie 1982 bis 2000, in denen sich jeder größere Rücksetzer wie 1987 oder 1991 im Nachhinein als langfristige Kaufgelegenheit entpuppt, sind die Ausnahme.“ Viele Fondsmanager und Strategen in den Banken seien wegen ihres Alters um die 40 „mitten im langen Bullenmarkt mit der Börse sozialisiert worden“, sagt Schäfer. Er selbst ist in den Siebzigerjahren an der Börse groß geworden. „Da waren hohe Inflation, schwaches Wachstum und heftigste Kursverwerfungen der Standard.“

Ähnlich schwierige Märkte erwartet er in den 2010er-Jahren: „Wer eins und eins zusammenzählen kann, muss zu dem Schluss kommen, dass die Wachstumsaussichten insgesamt sehr begrenzt sind“, sagt Schäfer, „die enorme Verschuldung der Unternehmen, Privatleute und Staaten bremst die Endnachfrage in Form von Investitionen und Konsum.“

Keine Inflation in Sicht

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2010, spätestens 2011, werde sich zeigen, dass der angeblich selbsttragende Aufschwung „nur ein zartes Pflänzchen ist, das nach wie vor kräftig mit Steuergeldern und billigem Geld der Notenbanken gewässert werden muss“. Trotzdem erwartet Schäfer vorerst keine Inflation. „Die entsteht, wenn Unternehmen die Preise erhöhen können, oder über steigende Zinsen; beides sehe ich derzeit nicht“, sagt er. Das könne sich jedoch ändern, wenn die Firmen anfingen, im großen Stile ihre Produktionskapazitäten einzustampfen.

Papiere hinlegen und abwarten funktioniere nicht, meint auch Schäfer: „Alle Investments müssen mindestens einmal die Woche überprüft werden. Was zu schnell fällt, muss weg. Alle Anlagen müssen außerdem tadellos liquide sein, damit man schnell reagieren kann.“ PSM investiert deshalb zum Beispiel nicht in Immobilienfonds, die sonst in der Vermögensverwaltung weit verbreitet sind. Die seien weder liquide noch transparent. „Auch die Aktien kleiner Firmen, aus denen wir im Zweifel nicht schnell genug herauskämen, sind tabu“, so Schäfer.

Renditen von fünf bis sechs Prozent nach Kosten und Steuern hält Schäfer trotz dieser rigiden Einschränkungen aber für machbar. Die PSM-Manager investieren dazu derzeit maximal zehn Prozent der Kundendepots in Aktien, etwa Pharmawerte wie Roche oder Versorger wie E.On. „Für die konservative Anlegerin würden wir sogar noch weiter runter gehen, eventuell gar keine Aktien“, sagt der Verwalter.

Goldpreis: "3000 Dollar für die Feinunze"

Auch bei Unternehmensanleihen blendeten viele Anleger die Risiken derzeit aus. PSM investiert nur in Bonds von Firmen, „bei denen wir sicher sind, dass sie über die Laufzeit jederzeit ihre Zinsen bezahlen können“.

Zehn Prozent des Vermögens würde Schäfer auf jeden Fall „recht zügig, in zwei Schritten über die kommenden Monate, in Gold investieren“, sagt er: „Gold kann in den kommenden Wochen noch ein bisschen nachgeben, aber langfristig wird der Goldpreis auf 3000 Dollar pro Unze steigen.“ 

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.03.2011, 18:19 UhrAnonymer Benutzer: Erich

    Der "Selbstversorger" hat recht: Mit "beratergangstern" verliert man nach und nach alles. Man hat soviel Möglichkeiten selbst seine Finanzen in Ordnung zu halten. Absolut ist kein banker interessiert, an der Vermehrung von Kundengeldern. Schon weil er erst auf die Rendite seines instituts sehen muß.

  • 19.02.2010, 18:12 UhrAnonymer Benutzer: Selbstversorger

    Als ich meinen ersten 120.000 DM Job angetreten und nach 5 Jahren 50.000 € zusammengespart hatte , bin ich bei der Deutschen bank vorstellig geworden und wurde durch Mißachtung gestraft. Jetzt - 50.000 € später - können mich bankberater und Co. mal kreuzweise. Getreu dem buffet`schen Motto "Was ich nicht verstehe, tu ích nicht.", brauche ich keine berater mehr. Dafür schlafe ich ruhiger, laß` meine langweiligen Aktien Dividende abwerfen, freue mich über moderate aber stetige Kursgewinne und habe vor Abgeltungssteuerzeiten das Depot geradegezogen. Aktuell wird bargeld gehäuft, dieses scheibchenweise in Gold und Schweizer Franken umgewandelt und gut ists. Mehr als einen Mittelklassewagen auf dem Konto braucht kein Mensch (auch als "Notgroschen"), der Rest ist unspektakulär angelegt.
    Ein schönes Leben noch... und füttert mal ordentlich die ach so seriösen beraterganster...

  • 19.02.2010, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: es geht anders

    Die beste Vermögensanlage erfolgt in die Köpfe der Kinder - steuerfrei: Das Raffen von Geld mit einhergehendender Vernachlässigung der Kinder (anders geht es trotz aller heuchlerischen beteuerungen nicht) ist suboptimal: viel Geld bleibt zunächst einmal bei diversen Verlustmechanismen hängen wie mehrere Autos, immobilität, Steuerprogression, Anlagebetrug etc.. Sehr viel wird dann von den Menschen selbst hedonistisch verpraßt: 3x pro Jahr Fernreisen etc.

    Vor allem wird übersehen, daß das „angelegte“ Geld letztlich doch weg ist, weil es noch am selben Tag wieder ausgeteilt wird: Der halbe Staatshaushalt geht in die Sozialschiene und an Leute, die nicht arbeiten. Die banken als unmittelbare Geldverwalter verspielen Unsummen, weil sie unfähig sind, unsere Geschichtserfahrungen so zu berücksichtigen, daß sie den angelsächsischen Finanztricks nicht mehr auf den Leim gehen: bei deutschen banken und bei deutschen Unternehmen wurden bekanntlich die größten Verwüstungen angerichtet.

    Die vermeintlichen Rückflüsse aus wird es so gar nicht geben. Es müßte erst von der nächsten Generation neu erarbeitet werden. Da unsere Hedonismusgesellschaft aber erstmals in der Menschheitsgeschichte erfunden hat, daß man keine Kinder braucht, wird aus der Rückzahlung nichts. Hohe und schleichende inflation wird die Antwort sein.

    Man muß also eigene Kinder haben und dort investieren, und zwar jeder für sich selbst, weil die Allgemeinheit diese Trivialerkenntnis intellektuell nicht mehr bewältigt.

    Der Ratschlag an die Mittelschicht, in die eigenen Kinder zu investieren (natürlich nicht in ein sinnloses Dumm-Studium mit automatisch folgender Arbeitslosigkeit), wurde übrigens immer wieder von dem berühmten börsen-Guru André Kostolany mit der Mahnung bekräftigt, daß nirgendwo die Konzentration an Lügnern und betrügern größer sei als an der börse.

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