Reynolds American: Abhängige Kundschaft

Reynolds American: Abhängige Kundschaft

Jede dritte Zigarette, die in den USA verkauft wird, kommt aus Fabriken von Reynolds American, dem zweitgrößten amerikanischen Zigarettenhersteller hinter Philip Morris.

Zu den bekanntesten Reynolds-Marken gehören Camel, Kool, Pall Mall und Winston. Reynolds American entstand 2004 aus der Zusammenlegung von R.J. Reynolds Tobacco (RJR) mit den US-Aktivitäten von Brown & Williamson (B&W), einer Tochter des britischen Tabakkonzerns BAT. Mit der Abspaltung des US-Geschäfts schützten die Briten den Gesamtkonzern vor den Prozessrisiken aus den Raucherklagen in den USA. Die Briten kontrollieren heute noch 42 Prozent an Reynolds American, 58 Prozent des Aktienkapitals fiel an die ehemaligen RJR-Aktionäre. Anleger liegen mit der Tabakaktie inzwischen 220 Prozent über Einstandskurs (WirtschaftsWoche 41/2003) – zwischenzeitliche Dividendenzahlungen nicht eingerechnet.

Aktuell beträgt die Dividendenrendite von Reynolds American mehr als fünf Prozent. Zwar schrumpft der US-Zigarettenmarkt. Doch auch die abhängige Stammkundschaft in den USA zahlt das, was verlangt wird. So schaffen es die Zigarettenhersteller, den negativen Absatztrend über Preissteigerungen auszugleichen, und erwirtschaften weiter hohe Mittelzuflüsse. Tabakaktien laufen deshalb auch in schwachen Konjunkturphasen respektabel. In der letzten Baisse setzten sie sich sogar vom Gesamtmarkt nach oben ab. Trotzdem sollten Anleger den Depotanteil des Camel-Produzenten in überschaubarer Größe halten. Die Risiken lauern vor allem in den Unwägbarkeiten des US-Rechtssystems, speziell bei Raucherklagen.

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