Sal. Oppenheim: Abhängigkeit kostet Geschäft

Sal. Oppenheim: Abhängigkeit kostet Geschäft

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Die Zentrale der Privatbank Sal. Oppenheim spiegelt sich in den Fenstern einer Filiale der Deutschen Bank in Köln

Schäffler wechselt das Parkhaus: Das Familienunternehmen verwahrt ein milliardenschweres Paket Continental-Aktien künftig bei der Hamburger Privatbank M.M. Warburg und nicht mehr bei Sal. Oppenheim. Der Fall zeigt, dass die Kölner Bank in diesen Tagen nicht nur ihre Unabhängigkeit verliert.

Kaum Risiko, dafür ordentliche Gebühren: Gern übernahmen die Privatbanken Sal. Oppenheim und Metzler im Januar den Auftrag des Autozulieferers Schäffler, je 19,5 Prozent der Aktien an Schäfflers Übernahmeziel Continental zu verwahren. Dafür ertrug es der als risikoscheu geltende Chef der Eignerfamilile, Friedrich Metzler, dass sein Institut von einer Frankfurter Zeitung prompt vom Bankhaus zum Parkhaus Metzler umgetauft wurde.

Doch seit heute ist Sal. Oppenheim das lukrative Mandat los. Statt den Kölnern hält nun die Hamburger Privatbank M.M. Warburg 19,5 Prozent an Continental, heißt es in einer Pflichtmitteilung. "Wir haben den Vertrag übernommen, den Schäffler mit Sal. Oppenheim hatte. Die Konditionen sind unverändert", teilte M.M. Warburg mit. Also tragen die Hamburger bei dem Geschäft wie zuvor Sal. Oppenheim allenfalls ein kleines Risiko. Denn Schäffler hat das Paket lediglich aus rechtlichen Gründen bei den Banken geparkt, um den eigenen Anteil an Continental nicht über 49,9 Prozent steigen zu lassen. Das Kursrisiko liegt weiter bei Schäffler.

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Teure Hängepartie

Für Sal. Oppenheim ist der Verlust des Geschäfts und der damit verbundenen Gebühren bitter. Denn der Grund dafür ist, dass die Kölner gerade von der Deutschen Bank geschluckt werden. Schäffler möchte nicht, dass die Continental-Aktien bei einer Bank landen, die Continental in der Abwehrschlacht gegen Schäffler beraten hatte, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Wegen des großen Investmentbanking-Geschäfts der Deutschen Bank könnten in Zukunft neue Interessenkonflikte entstehen, falls das Aktienpaket dort läge.

Der Fall zeigt: Mit der Unabhängigkeit verliert Sal. Oppenheim nicht nur ein lange gepflegtes und herausgestelltes Image - sondern Geschäft und Gebühren. Die Eigner versuchen derzeit unter einigen Schwierigkeiten, die Investmentbank zu verkaufen. Damit sollten sie nicht zu lange warten, wenn sie nicht weitere Geschäfte wegen Interessenskollisionen verlieren wollen.

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