Solarbranche: Trügerische Mini-Rally bei Solaraktien

Solarbranche: Trügerische Mini-Rally bei Solaraktien

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Solaranlage bei Bitterfeld-Wolfen: Deutsche Solarhersteller haben mit der Konkurrenz aus China zu kämpfen

Für die aktuelle Mini-Rally der Sonnen-Aktien gibt es zwar einen triftigen Grund. Aber Vorsicht, liebe Anleger: Lassen Sie sich nicht blenden! Die Hersteller von Solarzellen, insbesondere die deutschen, stecken in der Klemme. Besser sieht es da schon für die Zulieferer aus.

Wenn das mal kein guter Tag für die Solaraktien war: Fast zehn Prozent legten die Papiere von Q-Cells gestern zeitweise zu, bei Centrotherm Photovoltaics ging es gut fünf Prozent nach oben, die Papiere von Solarworld schafften im Handelsverlauf rund drei Prozent - immerhin. Die meisten anderen deutschen Aktien notierten am Nachmittag im Minus.

Für die Mini-Rally der Sonnen-Aktien gibt es einen triftigen Grund: Q-Cells, vor nicht langer Zeit noch als Pleitekandidat gehandelt, hatte gute Quartalszahlen vorgelegt. Unterm Strich blieb dem Solarzellen-Hersteller ein stattlicher Gewinn von 35,2 Mio. Euro. Noch vor einem Jahr war nach kräftigen Abschreibungen ein Verlust von mehr als 300 Mio. Euro angefallen. Wenn das mal keine Erfolgsgeschichte ist.

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Viele Unternehmen stecken in der Klemme

Die DZ Bank bekräftigte ob des überzeugenden Quartalsberichts eilig ihre Kaufempfehlung. Die Zahlen unterstrichen eindeutig, dass das Unternehmen bei der Restrukturierung auf einem guten Wege sei, hieß es bei den Genossen. Der faire Wert der Aktie liege bei sieben Euro; derzeit sind die Papiere an der Frankfurter Börse für weniger als sechs Euro zu haben. Wenn das mal nicht nach einem guten Geschäft klingt.

Vorsicht, liebe Anleger, lassen Sie sich nicht blenden! Die Hersteller von Solarzellen, insbesondere die deutschen, stecken in der Klemme. Die Kürzung der staatlichen Solarförderung werden sie zwar noch einigermaßen verschmerzen können. Im Moment profitieren die meisten Unternehmen - auch Q-Cells - sogar davon, weil viele Kunden den Kauf einer Solaranlage noch vorziehen, um sich das Geschenk von Vater Staat nicht entgehen zu lassen.

Aber deutlich gefährlicher ist die Billigkonkurrenz aus Fernost. Etwa 30 Prozent günstiger sind die Solaranlagen, die in China zusammengeschraubt werden. Und das Dumme aus Sicht der Deutschen: Die Qualität ist gar nicht so viel schlechter als bei den Anlagen mit dem Gütesiegel "Made in Germany". Wer beim Preis mithalten will, muss also dort produzieren, wo die Löhne niedrig sind. Nicht alle Solar-Konzerne werden dem Preisdruck lange standhalten können. Wenn das für viele Anleger mal nicht daneben geht.

Zulieferer mit Vorsprung

Besser sieht es da schon für die Zulieferer aus, für Unternehmen, deren technologischer Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sehr groß ist. SMA Solar ist so eines. Die Kasseler produzieren Wechselrichter, die Gleichstrom aus den Solarmodulen in netzüblichen Wechselstrom umwandeln. Eine äußerst lukrative Nische. Wenn also Anleger ihr Geld in die Solarbranche stecken wollen, dann besser in die Spezialisten.

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