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Sorgenkind: Allianz spaltet Dresdner Bank auf

Quelle: Handelsblatt Online

Der Münchener Versicherer Allianz bereitet sein Sorgenkind Dresdner Bank auf eine mögliche Zerschlagung oder eine Fusion mit einem anderen Institut vor. Das Geldhaus soll in eine Investmentbank und eine Privat- und Geschäftskundenbank aufgespalten werden. Das eröffnet mehrere Möglichkeiten.

Das Logo der Dresdner Bank spiegelt sich in Frankfurt in einem Nebengebäude. Die Allianz verändert die Struktur ihrer Tochter. Quelle: ap
Das Logo der Dresdner Bank spiegelt sich in Frankfurt in einem Nebengebäude. Die Allianz verändert die Struktur ihrer Tochter. Quelle: ap
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HB FRANKFURT. Diese gesellschaftsrechtliche Trennung billigte am Freitag der Dresdner-Aufsichtsrat, wie ein Banksprecher sagte. Die Dresdner Bank soll als Holding unter dem Dach der Allianz erhalten bleiben. "Damit haben wir die Voraussetzung geschaffen, aktiver am Konsolidierungsprozess im deutschen Bankenmarkt teilzunehmen", sagte der Sprecher.

In der Vergangenheit hatte es in Medienberichten immer wieder Spekulationen gegeben, dass die ertragsschwache Dresdner Bank mit der möglicherweise bald zum Verkauf stehenden Postbank zusammengeführt werden könnte.

Die Aufspaltung könnte aber auch auf einen Verkauf der angeschlagenen Investmentbank Dresdner Kleinwort hinauslaufen, die derzeit wegen der weltweiten Finanzkrise mit Milliardenbelastungen zu kämpfen hat und deswegen im Schlussquartal 2007 tief in die roten Zahlen rutschte. Auch für das laufende Jahr hatte Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter weitere Belastungen vorausgesagt, unter anderem wegen der von der Bank verwalteten Zweckgesellschaft K2. Ende Februar drohten weitere Abschreibungen über 400 Mill. Euro. Im Investmentbanking sollen wegen der Krise bei Dresdner Kleinwort 450 der weltweit 6 000 Stellen wegfallen. Die Dresdner Bank insgesamt beschäftigt 26 300 Mitarbeiter.

Die Investmentsparte hatte im vergangenen Jahr 659 Mill. Euro Verlust gemacht, während die Privat- und Firmenkundensparte 884 Mill. Gewinn erzielt hatte. Wegen der roten Zahlen der Dresdner Kleinwort war der Betriebsgewinn der Dresdner Bank im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 710 Mill. Euro eingebrochen.

An der Börse kamen die Pläne der Dresdner Bank gut an. Der Kurs der Allianz -Aktie zog nach Bekanntwerden ins Plus.

Seit der 24 Mrd. Euro teuren Übernahme im Jahr 2001 hat die Allianz die Dresdner Bank immer wieder umgebaut, um sie an Wettbewerber heranzuführen - aber ohne durchschlagenen Erfolg. Analysten hatten das Kreditinstitut immer wieder als Klotz am Bein der Allianz und als Grund für den schwachen Aktienkurs gesehen.

Allianz -Chef Michael Diekmann hatte jahrelang betont, das Geldhaus sei dennoch integraler Bestandteil des Konzerns. Auf der Bilanzpressekonferenz des Versicherungsriesen vor ein paar Wochen war er jedoch Fragen nach der Zukunft der Dresdner Bank ausgewichen und hatte lediglich gesagt, die Vorstände der Banktochter hätten noch immer sein Vertrauen.