
Dabei setzen die Spammer auf einen weiteren Faktor, der Anleger beeindruckt: Möchten so viele Versicherungsvertreter oder Anlageberater für ihre Dienste eine Provision kassieren, verbinden also ihr eigenes wirtschaftliches Interesse mit der Anlageempfehlung, so profitieren die Hintermänner des Aktien-Spams auf dem ersten Blick nicht. "Für den Nutzer ist der Hintergedanke der Anrufer nur schwer erkennbar“, erklärt auch Brack. "’Ich will Ihnen gar nichts verkaufen, sondern die Aktien müssen Sie direkt an der Börse erwerben’ - das klingt zunächst so, als wenn sie keinen eigenen Gewinn damit hätten. De fakto profitieren die Hintermänner aber auf ganz unterschiedlicher Art und Weise von der Aktion.“
Sie haben zum Beispiel die Aktien dieses wertlosen Unternehmens zuvor für Centbeträge gekauft und setzen nun auf den dummen Aktienanleger, der mit seinen Ordern den Unternehmenswert künstlich aufbläht. Irgendwann stoßen die Hintermänner dann ihre eigenen Aktien mit hohem Gewinn ab. Die Folge: Der Aktienkurs stürzt ins Bodenlose, die wertlose Aktie wird zu einem so genannten Pennystock – alles nur eine Frage der Zeit. Und der geprellte Anleger bleibt auf seinen Verlusten sitzen.
Verkauf der Aktie über Frankfurter Börse klingt seriös
Der Verkauf der Aktie über die Frankfurter Börse befördert diese Strategie noch – klingt seriös, denkt der Anleger. Doch: "Die offerierte Aktiengesellschaft unterliegt im Frankfurter Freiverkehr nicht den hohen Transparenzstandards regulierter Märkte“, so Christian Prüßing. „Ein Investment ist also von vorne herein ein Blindflug. Schon im stark regulierten Aktiengeschäft etwa am DAX gibt es hohe Verlustrisiken, trotz sehr strengen Mitteilungs- und Berichtspflichten. Bei einer Aktiengesellschaft im Freiverkehr ist dieses Risiko um ein Vielfaches höher, zumal zum Beispiel Insidermanipulation sehr einfach möglich sind."
Theoretisch können Anleger straf- und zivilrechtlich gegen die Hintermänner des Spam vorgehen: "Bei einem Fax, auf dem nachweislich falsche Versprechungen gemacht werden, ein Artikel gefälscht wurde, handelt es sich womöglich sogar um Betrug“, sagt Brack. „Voraussetzung für eine Strafverfolgung ist jedoch eine Strafanzeige." Und Voraussetzung ist auch, dass die Hintermänner überhaupt erkennbar sind: Falsche Personalien, falsche Rufnummern oder Umleitungen auf ein falsch registriertes Prepaid-Handy, Firmensitz im schwer zugänglichen Ausland – der Weg zum Rechtsanwalt und auch zur BaFin, die bei Verdacht auf Kursmanipulation unterrichtet werden sollte, führt selten zu einer Entschädigung.
Verbraucherschützer Elbrecht, Fachjournalist Prüßing und Ermittler Brack raten daher auch unisono „Finger weg.“ Die vermeintliche Aktienempfehlung per Fax gehört wie die Flut von täglichen Spam-Mails im virtuellen E-Mail-Postfach in den Papierkorb. Denn am Ende freut sich nur der anonyme, vermeintliche Freund. Besonders dann, wenn die wertlose Gas-Aktie der Mainland Rescources, USA, tatsächlich Richtung der von ihm prognostizierten sechs Euro tendiert.










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Alle Kommentare lesen13.05.2011, 11:00 UhrAnonymer Benutzer: Die Aktien-Fax-Masche hält an
Diese Masche hält leider noch weiter an, per unverlangter Fax-Reporte Aktienkurse zu puschen und dann die Kursgewinne einzustreichen. Wir haben die aktuellen Fälle auf www.faxspam.info beschrieben.
23.02.2010, 09:53 UhrAnonymer Benutzer: Kristina
Nicht nur dass ich permanent per Fax irgendeinen unbrauchbaren Mist angeboten bekomme, die Faxe fressen meine Tintenpatronen leer. bisher hat nichts dagegen geholfen, leider!
19.02.2010, 10:14 UhrAnonymer Benutzer: Silvia
ich habe mich vor Jahren in die Robinsonliste eintragen lassen und konnte so meinen Fax-Müll um 90 % verringern. Derzeit verzeichne ich wieder eine Zunahme an Spam aus dem Ausland. Diese schicke ich der bNetzA-Außenstelle Detmold, Heidenoldendorfer Str .136, 32758 Detmold zur Einschreitung weiter. ich bekomme jedesmal Rückmeldungen über die kuriosen Verknüpfungen und meistens sind dann diese Nr. eh schon von der bNetzA abgeschaltet. Dies ist dann auch der Grund warum ihr nie öfters von derselben Nr. Span bekommt.