
HB DÜSSELDORF. Der Alptraum hat ein Ende. Nach Angaben der Kaupthing-Bank erhalten Anfang nächster Woche alle 30 000 deutschen Sparer ihre Einlagen zurück. Die Kunden warten seit dem Zusammenbruch der isländischen Bank im Oktober vergangenen Jahres auf die Überweisung. Ein Streit zwischen der mittlerweile verstaatlichten Bank und den deutschen Stellen verzögerte die Auszahlung.
Sparkonten bei deutschen Instituten waren bisher von der Finanzkrise nicht betroffen und sind aktuell bei Anlegern besonders beliebt. Laut Bundesbank stieg die Summe der Spareinlagen bei inländischen Banken seit September 2008 bis April diesen Jahres um rund 30 Mrd. Euro an. Besonders Sparkassen profitieren: Sie verzeichnen ein Plus von rund neun Mrd. Euro.
Anlagen auf Zinskonten werden ab Sommer noch sicherer. Der Bundesrat stimmte einem entsprechendem Gesetzesantrag zu, so dass Spareinlagen bei deutschen Banken ab Juli bei einer Pleite des Instituts bis zu einer Höhe von maximal 50 000 Euro gesetzlich geschützt sind. Bisher lag die Sicherung bei 20 000 Euro. Ab dem Jahr 2011 soll sich die Grenze auf 100 000 Euro erhöhen.
Im Insolvenzfall der Bank erfolgt die Überweisung demnach künftig ohne Abzüge innerhalb eines Monats. Bislang galt die Garantie nur für 90 Prozent des angelegten Betrages, maximal 20 000 Euro. Auf die Erstattung mussten Kunden bis zu drei Monate warten. Die Regierung richtet sich mit dem neuen Recht nach Vorgaben aus der EU.
Bei den meisten deutschen Anbietern sind die Kunden weit über das Mindestmaß hinaus geschützt. Bei einem Ausfall der Bank zahlt zuerst die gesetzlich vorgeschriebene Einlagensicherung. Bei Beträgen über 50 000 Euro greifen zusätzliche Sicherungssysteme der Bankengruppen. Die Obergrenzen bei privaten Banken orientieren sich an der Bilanz der jeweiligen Bank: 30 Prozent des maßgeblichen haftenden Eigenkapitals sind geschützt. Bei der Deutschen Bank sind etwa Beträge bis zu einer Höhe von 7,6 Mrd. Euro gesichert, bei der deutlich kleineren Netbank bis zu 9,8 Mio. Euro.
Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken garantieren jeweils die Existenz ihrer Mitgliedsinstitute, was einem Totalschutz der Einlagen gleichkommt. Sparkassen-Kunden können sich im Ernstfall allerdings nicht mehr auf ein Eingreifen der jeweiligen Kommune verlassen. "Die Kommune haftet nicht mehr für die Einlagen, da die Gewährträgerhaftung nach einem Einwand der Europäischen Union abgeschafft wurde", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung.
Zudem gibt es den Sicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, dem die DKB und die SKG Bank angehören. Insgesamt garantieren 22 Mitgliedsbanken, an denen meist die öffentliche Hand beteiligt ist, für die Einlagen, darunter die NRW Bank und die KFW-Tochter Ipex.
Ein Sonderfall sind Bausparkassen. Einige bieten auch Tages- und Festgelder an. Der Einlagensicherungsfonds haftet bis zu einer Summe von 250 000 Euro. Das reicht für die Einlagen meist aus: Die Anbieter nehmen in der Regel keine höheren Beträge an.
Letztlich sind alle genannten Sicherungen so stark wie ihre Mitglieder. Wenn es nicht zu einer Serie von Bankeninsolvenzen kommt, sind die Systeme sicher. Mit einer Häufung von Insolvenzen ist nach Zusicherung der Bundesregierung zur Stützung der Finanzmärkte nicht zu rechnen.









