Staatsbank: Rekord-Börsengang in China

Staatsbank: Rekord-Börsengang in China

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Agricultural Bank of China

von Matthias Kamp

Die Agricultural Bank of China ist die ineffizienteste der vier großen Staatsbanken in der Volksrepublik, aber ihr Börsengang rekordverdächtig, ihre Strategie ungewöhnlich.

Mit der Agricultural Bank of China (ABC) bringt Chinas Regierung die letzte der vier großen Staatsbanken an die Börse. 22,24 Milliarden Aktien will die Bauernbank heute in Shanghai platzieren, weitere 25,4 Milliarden am Freitag in Hongkong und so bis zu 23 Milliarden US-Dollar erlösen. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten. Bisher hält die Industrial and Commercial Bank of China den Rekord, die vor vier Jahren 22 Milliarden Dollar einsammelte.

Die Staatsfonds aus Katar, Kuwait und Singapur sowie die britische Standard Chartered Bank haben schon angekündigt, Tranchen zu zeichnen. Allerdings hätte die Bauernbank dann nur 15 Prozent ihrer Anteile an der Börse notiert, 85 Prozent verbleiben beim Staat – aus nachvollziehbarem Grund: Die Bauernbank soll auch künftig einen politischen Auftrag erfüllen. Zwar gibt der Börsenprospekt wenig Auskunft darüber, wofür sie das eingenommene Kapital verwenden will. Doch es wäre den Investoren zu wünschen, dass die Bank das Geld nutzt, um sich grundlegend zu modernisieren.

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Auf dem Land dominant

Die Staatsfonds aus Katar, Kuwait und Singapur sowie die britische Standard Chartered Bank haben schon angekündigt, Tranchen zu zeichnen. Allerdings hätte die Bauernbank dann nur 15 Prozent ihrer Anteile an der Börse notiert, 85 Prozent verbleiben beim Staat – aus nachvollziehbarem Grund: Die Bauernbank soll auch künftig einen politischen Auftrag erfüllen. Zwar gibt der Börsenprospekt wenig Auskunft darüber, wofür sie das eingenommene Kapital verwenden will. Doch es wäre den Investoren zu wünschen, dass die Bank das Geld nutzt, um sich grundlegend zu modernisieren.

Für die kommunistische Regierung ist sie ein Werkzeug, um die Kluft zu schließen zwischen den rückständigen ländlichen Gebieten und den fortgeschrittenen Metropolregionen. Denn die Bauernbank ist, wie der Name schon andeutet, vor allem auf dem Land aktiv. Alles in allem betreibt sie 24.000 Filialen, beschäftigt rund 440.000 Mitarbeiter und betreut 320 Millionen Kunden. Sie soll Bauern und ländliche Unternehmen unterstützen, außerdem Infrastrukturvorhaben auf dem Land finanzieren.

Profitorientierte Banker

Mit der Kreditvergabe dort verdient sie allerdings 20 bis 30 Prozent weniger als in den Städten, schätzen Analysten. Denn die Kredite auf dem Land sind meist sehr klein, der Aufwand für die Verwaltung aber ist sehr hoch. In Zukunft kommt es auch darauf an, aus den Bürokraten des Kreditinstituts profitorientierte Banker zu machen.

Um ABC unter ihrem Chef Xiang Junbo fit zu machen für die Börse, hat das chinesische Finanzministerium im Gegenzug für eine Beteiligung im Umfang von 19 Milliarden US-Dollar faule Kredite mit einem Volumen von 120 Milliarden US-Dollar aus der Bank ausgelagert. Die staatliche Investmentgesellschaft Central Huijin Investment hat weitere 19 Milliarden US-Dollar in die Bank geschossen. Trotz der staatlichen Unterstützung liegt die Quote der faulen Kredite in der Bauernbank bei 4,5 Prozent. Zum Vergleich: Bei den anderen großen Banken in China beträgt der Anteil gut zwei Prozent.

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