_

Strenger Transparenz-Regelungen: Politiker wollen Finanzkrise Taten folgen lassen

von rtr

Die Rufe nach politischen Konsequenzen aus der US-Hypothekenkrise werden lauter. Bundeskanzlerin Angela Merkel untermauerte heute ihre Forderung nach schärferen Transparenz-Regeln für Rating-Agenturen. Auch die EU-Kommission kündigte Konsequenzen an.

Die Finanzkrise veranlasste Politiker zum Nachdenken - nun wollen sie die Transparenz der Finanzmärkte erhöhen,  AP
Die Finanzkrise veranlasste Politiker zum Nachdenken - nun wollen sie die Transparenz der Finanzmärkte erhöhen, Foto: AP

„Wir werden aus den jüngsten Vorkommnissen sehr genau unsere Lehren ziehen“, sagte ihr Präsident Jose Manuel Barroso in Paris. „Es kann nicht sein, dass die falsche Risikobewertung an einer Stelle durch die gesamte Weltgemeinschaft bezahlt werden muss“, sagte Merkel auf einem deutsch-japanischen Wirtschaftskongress in Tokio. „Deshalb finde ich, dass die Politik hier viel fordernder sein muss, denn irgendwer muss für die Risiken bezahlen.“ Vieles habe sich als instabiler herausgestellt, als es von den Agenturen bewertet worden sei. „Deshalb muss verständlich sein, was dort passiert.“ Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußerte sich entsprechend. Zudem gab Steinbrück am Mittwochabend zu Bedenken, ob so genannte Zweckgesellschaften auch künftig außerhalb der Bilanzen geführt werden dürften. Die SachsenLB war wegen riskanter Geschäfte ihrer außerhalb der Bilanz geführten irischen Tochtergesellschaft an den Rand des Ruins getrieben und deshalb von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen worden. Die SPD-Finanzpolitikerin Nina Hauer sagte am Donnerstag zu Reuters, die außerbilanziellen Zweckgesellschaften hätten dazu geführt, dass die Finanzaufsicht die Risiken der riskanten Hypothekengeschäfte nicht erkannt habe. „Wenn Geschäfte dieser Größe getätigt werden, müssen sie zum Prüfungsumfang gehören“, forderte sie. Für die Bankenaufsicht sind die Bundesbank und die Börsenaufsicht BaFin zuständig. Die US-Hypothekenkrise hatte die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt und Anleger massiv verunsichert. Aktuelle Nachrichten zum Thema auf wiwo.de: wiwo.de-Blog: Mehr Jobs trotz Finanzkrise - nochwiwo.de Spezial zur Finanzkrise

Anzeige

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche