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Technik am Arbeitsplatz: Ende der IT-Diktatur

von Thomas Stölzel

Immer mehr Unternehmen wollen Talente anlocken, indem sie private Laptops und Smartphones im Job zulassen. Doch allzu oft scheitert das Vorhaben.

"Bring Your Own Device": Mit den privaten Geräten zur Arbeit Quelle: Nicholas Blechman für WirtschaftsWoche
"Bring Your Own Device": Mit den privaten Geräten zur Arbeit Quelle: Nicholas Blechman für WirtschaftsWoche

Eigentlich sind Oostzaan und Wormerland zwei gewöhnliche Gemeinden in Nordholland. Und doch genießen Beamte und städtische Angestellte dort ein wohl einmaliges Privileg im öffentlichen Dienst: Seit Januar überlässt ihnen die Verwaltung, welches Smartphone, welchen Laptop, welchen Tablet-Rechner sie für die tägliche Arbeit nutzen.

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Über ein Netz drahtloser Internet-Verbindungen können etwa Ordnungs- und Bauamtsmitarbeiter jederzeit mit ihrem privaten Gerät auf die Gemeindesoftware zugreifen. Egal, ob es ein iPhone oder Blackberry ist, ein Apple MacBook oder Microsoft-Windows-Laptop.

Für den Einsatz ihrer privat angeschafften Technik bekommen sie jährlich 450 Euro überwiesen. Die Resonanz ist überwältigend: 64 Prozent der 1500 Mitarbeiter machen bei dem freiwilligen Projekt mit.

Selbst wenn diese von Fachleuten „Bring Your Own Device“ genannte Strategie im öffentlichen Dienst vorerst die Ausnahme bleibt – in der Privatwirtschaft sorgt sie zunehmend für Interesse. Auch hierzulande.

So experimentiert der Chemieriese Bayer schon seit einer Weile mit von Mitarbeitern mitgebrachten Laptops. Der Walldorfer Softwareriese SAP startete vor wenigen Tagen einen Pilotversuch, in dem er Beschäftigten in Asien erlaubt, eigene Tablets und Smartphones zu nutzen. Mittelfristig soll dies für den ganzen Konzern gelten. Befeuert wird der Trend unter anderem durch den sich zuspitzenden Mangel junger, hoch qualifizierter Talente. Um die anzulocken, erlauben mehr und mehr Chefs, die von daheim gewohnte Technik im Job zu nutzen – auch, weil die eigene selten mithalten kann.

Investitionen sparen

War für frühere Generationen ein schicker Dienstwagen das beste Lockmittel, ist es für die heutige Generation @ „der Computer nach Wahl, das richtige Smartphone oder Tablet“, sagt Oliver Tuszik, Deutschland-Chef von Computacenter, einem der größten IT-Berater Europas.

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter sorgsamer mit eigenen Geräten umgehen, besser damit zurecht kommen, verloren gegangene Technik selbst ersetzen und die Unternehmen Investitionen und Abschreibungen sparen. „Ich bin überzeugt, dass sich das Konzept innerhalb der nächsten fünf Jahre durchsetzen wird“, sagt Bayers IT-Chef Daniel Hartert.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.10.2011, 12:29 UhrAnonymer Benutzer: MJ

    Totaler blödsinn. ist doch nur um Kosten auf den Mitarbeiter abzuwälzen. Allein schon ein betriebsrat müsste hier eingreifen und spätestens der Datenschutzbeauftragte im Unternehmen. Hier wird nur alles auf den Mitarbeiter abgewälzt. bin ja mal gespannt wie dann mit Abmahnungen umgegangen wird weil der Mitarbeiter sich auf dem Notebook private Dinge anschaut. ist doch sein Gerät - kann man ihn ja schlecht für Kritisieren. Das ganze ist einfach unrealistisch.

  • 23.10.2011, 18:03 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Werner: ich sehe was Sie meinen. Dazu beobachtungen aus der "Real World"-Ecke:

    - in der Tat wollen insbesondere die jüngeren Mitarbeiter ihre Handys nutzen. Allerdings wollen genauso viele lieber zwei Handys haben: Firmengerät und eigenes, da man das Firmengerät am Wochenende einfach ausschalten kann.
    - die Leute werden ohnehin nichts tun, wenn sie unmotiviert sind (was erstaunlich häufig vorkommt). Ob sie privat surfen oder in der Kaffeeküche herumhängen, spielt keine Rolle.
    - Sie haben Recht: die beamten in den sozialistischen Niederlanden gönnen sich schon wieder ein Goodie.

    Alles wieder Kampf-Rhetorik, um Steuergelder zu stehlen. Kommt ihnen das ungewöhnlich vor?

  • 21.10.2011, 17:07 UhrAnonymer Benutzer: Werner

    ich finde das Argumente geradezu albern, dass diese Freizügigkeit junge Talente anziehen wird.

    Weiterhin: Wenn ein jeder seine eigene iT-HW mitbringt sind privaten Tätigkeiten während der offiziellen Arbeitszeit Tür und Tor geöffnet.

    Dass die beamten dafür auch noch jährlich 450 Euro überwiesen bekommen ist geradezu eine Frechheit. Es würde mich schon einmal interessieren wie produktiv man mit einem Smartphone oder iPad in einem Firmen- oder behördennetzwerk arbeiten kann. Wahrscheinlich handelt es sich meist um statusgeile beamte in Führungspositionen die mit der eigentlichen iT eh nichts am Hut haben und lediglich den eMail-Verkehr darüber abwickeln. Die einzige Leistung ist darin zu sehen, dass Sie es mal wieder geschafft haben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen. Nun ja, unsere Volksvertreter spielen damit ja auch schon rum.

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