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Thiel Logistik: Druck vom Chef

Nach fünf Jahren Talfahrt, einigen Zwischenspurts und mehreren Enttäuschungen sind Thiel-Aktien wieder auf dem Sprung: Mit einem Reingewinn von 3,4 Millionen Euro im ersten Quartal meldet sich der Logistiker zurück und bietet mutigen Anlegern eine Wende-Spekulation.

Offensichtlich scheint der Druck des Mehrheitsaktionärs zu wirken. Über seine Beteiligungsgesellschaft Delton hält Milliardär Stefan Quandt 50,26 Prozent an Thiel. Seit er im vergangenen Herbst mit Berndt-Michael Winter und Antonius Wagner die Delton-Spitze bei Thiel installierte, kommt der Konzernumbau voran. Noch in den Jahresabschluss 2005 wurden 47 Millionen Euro Sanierungskosten gepackt, die in der laufenden Saison nicht mehr anfallen. Auch wenn die Möbellogistik wegen des schwachen Branchenklimas ein Bremsklotz bleibt, bei 2,4 Prozent Anteil am Konzernumsatz ist die Belastung begrenzt. Besser läuft es in den zentralen Geschäftsbereichen regionale Logistik sowie internationale See- und Luftfracht. Hier schafft Thiel zweistelliges Wachstum und steigende Gewinne. Vor allem in Asien, Osteuropa und Südafrika spürt Thiel eine stabile Nachfrage nach Logistik-Dienstleistungen. Strategisch steht das neue Management vor der Aufgabe, die in den vergangenen Jahren zusammengekauften Einzelunternehmen zu koordinieren. Es ist gut möglich, dass diese Integrationsarbeit bis 2008 dauert. Dank einer guten Eigenkapitalausstattung (36 Prozent der Bilanzsumme) und des starken Großaktionärs im Rücken dürfte Thiel genug Luft haben, dieses Mal die Wende zu schaffen. Bei einem möglichen Umsatz von 1,85 Milliarden Euro in diesem Jahr ist die Aktie mit einem Börsenwert von 387 Millionen Euro nicht zu teuer.

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