Unternehmensberater: Warum so viele Beratungen kläglich scheitern - Seite 3

Unternehmensberater: Warum so viele Beratungen kläglich scheitern

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Jürgen Rothenbücher, Partner bei A.T. Kearney und mit 21 Berufsjahren und rund 150 Projekten ein alter Hase im Beratungsgeschäft, hält eine klare Zieldefinition ebenfalls für die wichtigste Voraussetzung: „Tatsache ist aber, dass das bei beratungsunerfahrenen Kunden häufiger Probleme bereitet als bei Klienten, die schon häufiger Berater im Haus hatten – da gibt es offenbar eine Lernkurve.“

Mindestens genauso wichtig: der richtige Verantwortliche auf Kundenseite. „Wir erleben es leider allzu häufig, dass die Pfeifen zum Projektleiter gemacht werden, weil die am wenigsten zu tun haben“, klagt ein Berater, der überwiegend mit mittelständischen Unternehmen zu tun hat. „Bei großen Projekten sollte darum unbedingt der Verantwortliche mit dabei sein.“

Management nicht ganz unschuldig

Ein detaillierter Zeitplan mit einer Reihe genau definierten Verantwortlichkeiten hilft ebenfalls, Misserfolge zu vermeiden. „Wir haben ein spezielles Tool entwickelt, welches das Gesamtprojekt in Einzelziele unterteilt und jeder Einzelmaßnahme einen Verantwortlichen zuweist“, sagt Sven Marlinghaus, Partner der auf Einkaufsoptimierung und Lieferkettenmanagement spezialisierten Brainnet-Beratung. „So können die Projektverantwortlichen jederzeit sehen, was schon erreicht wurde und wo nachgesteuert werden muss.“

Auch beim insolventen Modellbahnbauer Märklin hat sich offenbar mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Management wohl nicht ganz unschuldig an dem misslungenen Beraterengagement ist. Noch vor einem Jahr hatte der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital als letzter Eigentümer vor der Insolvenz gedroht, seinen ehemaligen Berater AlixPartners auf Schadensersatz zu verklagen. Inzwischen ist davon keine Rede mehr.

Zwar hatte das Beratungsunternehmen rund sieben Millionen Euro Honorar für eine sogenannte Due Diligence kassiert, in der die Bücher eines Unternehmens detailliert geprüft werden. Die Berater hatten aber darauf hingewiesen, dass der Zustand von Märklin kritisch sei und einen strikten Konsolidierungskurs empfohlen. Nach Auslaufen des Mandats schwenkte das zwischenzeitlich ausgetauschte Märklin-Management aber auf eine Wachstumsstrategie um. „Dieser Strategieschwenk ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Grund für das Scheitern“, wehrte sich AlixPartners.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.11.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: Beraten und Verkauft

    Am beispiel Grohe kann man wie bei keinem anderen sehen, wie das Geschäft funktioniert. Dort waren einige am Werk. Am schlimmsten trieb es mcKinsey . Alles Leute, die vom Leben einer Fabrik keine Ahnung haben. McKinsey kennt aber alle Steuerschlupflöcher und wie man den Staat legal übers Ohr hauen kann: im Grund ist die Leistung solcher berater als eher gering einzustufen. Aber unsinnige Entscheidungen müssen von den Verantwortlichen der Firma erklärt werden. in meinen Augen sind das Machenschaften. im Grunde bräuchte man die berater nicht. Aber die wirklichen Entscheidungsträger brauchen dann einen buhmann für Presse und Mitarbeiter, denn das image sollte nicht beschädigt werden. Meistens sind die berater Pfeifen und nicht die Projektleiter.

  • 18.11.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: Beraten und Verkauft

    Am beispiel Grohe kann man wie bei keinem anderen sehen, wie das Geschäft funktioniert. Dort waren einige am Werk. Am schlimmsten trieb es mcKinsey . Alles Leute, die vom Leben einer Fabrik keine Ahnung haben. McKinsey kennt aber alle Steuerschlupflöcher und wie man den Staat legal übers Ohr hauen kann: im Grund ist die Leistung solcher berater als eher gering einzustufen. Aber unsinnige Entscheidungen müssen von den Verantwortlichen der Firma erklärt werden. in meinen Augen sind das Machenschaften. im Grunde bräuchte man die berater nicht. Aber die wirklichen Entscheidungsträger brauchen dann einen buhmann für Presse und Mitarbeiter, denn das image sollte nicht beschädigt werden. Meistens sind die berater Pfeifen und nicht die Projektleiter.

  • 10.09.2010, 11:44 UhrAnonymer Benutzer: Schande

    Dieser Artikel bereitet mal wieder die Rechtfertigugn für die berater warum es sovielen Unternehmen in der Krise schlecht ging die auf die berater gehört haben: Das Management hat schuld. Aha, d.h. also dass in Zukunft im Aufschwung wieder beraten werden muss? Sorry, aber die Wiwo beauftragt entweder Unternehmensberater Artikel zu schreiben oder Sie selbst ist nur noch ein Witz: Wie kann ich hier so eindeutig nur gegen Unternehmen gehen und berater in Schutz nehmen? Hier wird eine Partnerin einer U-beratung zitiert die sagt die meisten Fehler lägen auf Seiten der Kudnen bei nicht erfolgreichen Projekten und begründet dies mit ihrer Analyse? Traue keienr Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Ein Grund der hier gar nicht auftaucht: Kann es auchs ein, das berater eben nicht immer recht haben? Kann es sein, dass die vielen Hochschulabsolventen, frishc von der Uni, die an einem Projekt arbeiten die wirklichen "Pfeifen" sind, wie hier mal wieder ein anonymer berater (wie immer anonym) pisakt....

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