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Unternehmensberater: Warum so viele Beratungen kläglich scheitern

von Hans-Jürgen Klesse

Ein Drittel aller Beratungen geht schief, weil Unternehmen falsche Consulter wählen oder die Projekte schlecht vorbereiten.

Modelleisenbahnbauer Märklin. Quelle: AP
Modelleisenbahnbauer Märklin. Es besteht ein Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag der Unternehmensberater Quelle: AP

Märklin ist berühmt für seine Modelleisenbahnen – Detailtreue, Verarbeitung und Technik setzen seit 150 Jahren Maßstäbe, vor allem Sammler sind bereit, für einzelne Lokomotiven oder ganze Zugsets viele Hundert Euro zu zahlen. Trotzdem musste das Traditionsunternehmen im schwäbischen Göppingen vor gut einem Jahr Insolvenz anmelden.

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Inzwischen scheint das Schlimmste überwunden – doch was Insolvenzverwalter Michael Pluta bei seiner Bestandsaufnahme entdeckte, rückte eine Branche ins Zwielicht, die sich selbst gern als omnipotente Rettungstruppe in Notsituationen aller Art inszeniert: die Unternehmensberater. Für deren Leistungen hatte Märklin in den drei Jahren vor der Pleite insgesamt knapp 37 Millionen Euro gezahlt. Ohne Erfolg: Im Gegenteil – in der gleichen Zeit häufte das Unternehmen Verluste vor Steuern von insgesamt rund 51 Millionen an. „Da tränen einem die Augen“, schimpfte Insolvenzverwalter Pluta.

Keine Erfolgsgarantie beim Consulting

Nicht immer ist das Missverhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis bei Unternehmensberatungen so eklatant wie bei Märklin. Aber dass die Erwartungen deutlich höher sind als die tatsächlichen Erfolge, ist beileibe kein Einzelfall. „Fast ein Drittel aller von uns untersuchten Projekte brachte nicht den gewünschten Erfolg oder wurde vorzeitig abgebrochen“, sagt Dietmar Fink, Beratungsexperte und Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Was nicht nur an den Beratern liegt: „Häufig trifft die Auftraggeber ein gehöriges Maß an Mitschuld, weil sie die Projekte schlecht vorbereitet haben, die falschen Leute in die Projektteams schicken oder schlichtweg nicht genau wissen, was sie überhaupt wollen“, fasst Eva Manger-Wiemann, Partnerin der Züricher Meta-Beratung Cardea, die Ergebnisse der „Return on Consulting“-Studie zusammen.

Als sogenannte Meta-Beratung hat Cardea in den vergangenen zehn Jahren rund 400-mal Konzerne und mittelständische Familienunternehmen dabei unterstützt, den passenden Berater zu finden, Beratungsprojekte auszuschreiben oder richtig vorzubereiten. Und seine Klienten so davor bewahrt, ähnlich existenzbedrohende Fehler wie Märklin zu begehen. Die Schweizer Berater haben die Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorlieg, zum dritten Mal durchgeführt. Untersucht wurden 58 Kostensenkungs- und 48 Wachstumsprojekte aus den Jahren 2006 bis 2009. Beratungsexperte Fink hat die Antworten von 106 befragten Führungskräften aller Branchen aus Deutschland und der Schweiz ausgewertet.

Als erfolglos gelten Beratungsprojekte bei Auftraggebern, wenn konkrete Ergebnisse ausbleiben oder die Probleme wie bei Märklin noch schlimmer wurden. Das ist laut Cardea mit 87 Prozent der häufigste Grund. Als gescheitert eingestuft werden auch solche Projekte, deren Ergebnisse sich in der Praxis nicht umsetzen lassen, etwa weil die Widerstände in der Belegschaft unterschätzt wurden, die Umsetzung zu lange dauern oder das Budget gesprengt würde, weil zum Beispiel die Umstellung der gesamten IT notwendig wäre.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.11.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: Beraten und Verkauft

    Am beispiel Grohe kann man wie bei keinem anderen sehen, wie das Geschäft funktioniert. Dort waren einige am Werk. Am schlimmsten trieb es mcKinsey . Alles Leute, die vom Leben einer Fabrik keine Ahnung haben. McKinsey kennt aber alle Steuerschlupflöcher und wie man den Staat legal übers Ohr hauen kann: im Grund ist die Leistung solcher berater als eher gering einzustufen. Aber unsinnige Entscheidungen müssen von den Verantwortlichen der Firma erklärt werden. in meinen Augen sind das Machenschaften. im Grunde bräuchte man die berater nicht. Aber die wirklichen Entscheidungsträger brauchen dann einen buhmann für Presse und Mitarbeiter, denn das image sollte nicht beschädigt werden. Meistens sind die berater Pfeifen und nicht die Projektleiter.

  • 18.11.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: Beraten und Verkauft

    Am beispiel Grohe kann man wie bei keinem anderen sehen, wie das Geschäft funktioniert. Dort waren einige am Werk. Am schlimmsten trieb es mcKinsey . Alles Leute, die vom Leben einer Fabrik keine Ahnung haben. McKinsey kennt aber alle Steuerschlupflöcher und wie man den Staat legal übers Ohr hauen kann: im Grund ist die Leistung solcher berater als eher gering einzustufen. Aber unsinnige Entscheidungen müssen von den Verantwortlichen der Firma erklärt werden. in meinen Augen sind das Machenschaften. im Grunde bräuchte man die berater nicht. Aber die wirklichen Entscheidungsträger brauchen dann einen buhmann für Presse und Mitarbeiter, denn das image sollte nicht beschädigt werden. Meistens sind die berater Pfeifen und nicht die Projektleiter.

  • 10.09.2010, 11:44 UhrAnonymer Benutzer: Schande

    Dieser Artikel bereitet mal wieder die Rechtfertigugn für die berater warum es sovielen Unternehmen in der Krise schlecht ging die auf die berater gehört haben: Das Management hat schuld. Aha, d.h. also dass in Zukunft im Aufschwung wieder beraten werden muss? Sorry, aber die Wiwo beauftragt entweder Unternehmensberater Artikel zu schreiben oder Sie selbst ist nur noch ein Witz: Wie kann ich hier so eindeutig nur gegen Unternehmen gehen und berater in Schutz nehmen? Hier wird eine Partnerin einer U-beratung zitiert die sagt die meisten Fehler lägen auf Seiten der Kudnen bei nicht erfolgreichen Projekten und begründet dies mit ihrer Analyse? Traue keienr Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Ein Grund der hier gar nicht auftaucht: Kann es auchs ein, das berater eben nicht immer recht haben? Kann es sein, dass die vielen Hochschulabsolventen, frishc von der Uni, die an einem Projekt arbeiten die wirklichen "Pfeifen" sind, wie hier mal wieder ein anonymer berater (wie immer anonym) pisakt....

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