
Auch bei der Deutschen Bank legte der Vorstand Ziele zur Frauenförderung fest, deren Einhaltung das Top-Management regelmäßig überprüft und finanziell belohnt. Resultat: Jeder sechste Direktor oder Managing Direktor der Bank ist mittlerweile eine Frau. Dasselbe gilt für jede dritte Führungskraft im mittleren Management. „Wir sind überzeugt, dass sich Frauen auch ohne Quote durchsetzen können“, sagt Aletta Hardenberg, die bei der Deutschen Bank für das Thema Diversity zuständig ist.
Der Konsumgüterhersteller Henkel baut indes auf mehr Transparenz. Vor gut fünf Jahren entschloss sich der Waschmittelhersteller, seinen Personalmix stärker der Kundenstruktur anzupassen. Die Belegschaft sollte internationaler, der Frauenanteil gesteigert werden.
Um die Fortschritte per Kennziffern zu erfassen, entwickelten die Personaler ein sogenanntes Diversity-Cockpit. „Die Zahlen helfen mir, den Blick für Veränderungsbedarf zu schärfen“, erklärt Anke Meier, die im Konzern weltweit für mehr Vielfalt in der Belegschaft sorgt.
Das Informationssystem übt zwar nur sanften Druck aus, hat aber genauso viel Erfolg: Knapp 28 Prozent der Henkel-Führungskräfte sind heute weiblich, 2003 waren es erst 22 Prozent.
Der Bedarf an Ingenieurinnen ist nicht gedeckt
Auch der Sportartikelhersteller Adidas spricht sich strikt gegen eine Frauenquote aus. Und doch: Bis auf den Vorstand sind alle Führungspositionen schon zu 31 Prozent mit Frauen besetzt.
Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs sind die zahlreichen Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie Kindertagesstätten, Ferienprogramme für Kinder von 3 bis 17 Jahren, Stammtische für Teilzeitarbeiter oder Elternnetzwerke.
Allerdings sind konsumentennahe und Dienstleistungsbranchen in einer Sonderrolle. Sie haben es leichter, vakante Stellen mit Frauen zu besetzen. Der Industriegasproduzent Linde in München etwa sucht händeringend nach Ingenieurinnen. Doch es gibt sie nicht in dem Maß, wie ihnen interessierte und qualifizierte männliche Bewerber gegenüberstehen.
Entsprechend sind nur 20 Prozent der Linde-Mitarbeiter weiblich, die Frauenquote im Management beträgt gerade einmal zehn Prozent.
Dabei ist Linde-Chef Wolfgang Reitzle redlich bemüht, Frauen zu fördern. Linde engagiert sich im „MentorING“-Programm der TU München für Studentinnen naturwissenschaftlich-technischer Studiengänge.
Ein pauschaler Proporz birgt ohnehin die Gefahr, dass sich die neuen Aufsteigerinnen dem Vorwurf aussetzen, letztlich nur eine Quotenfrau ohne entsprechende Eignung zu sein. Das Modell Transparenz sei da deutlich besser: „Wenn die Unternehmen erklären müssen, warum sie keine geeigneten Kandidatinnen finden, werden auch die Frauen zu mehr Ehrlichkeit mit sich selbst gezwungen“, urteilt Sonja Bischoff, die an der Universität Hamburg über Führungskräfte im Management forscht. „Frauen, die über keinen entsprechenden Hintergrund verfügen, der in der Wirtschaft gefragt ist, können sich bei voller Transparenz auch nicht über mangelnde Aufstiegschancen beklagen.“ n










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Alle Kommentare lesen19.01.2011, 17:50 UhrAnonymer Benutzer: Quoten, Quoten, Quoten
Wer über eine Frauenquote in Chefetagen nachdenkt, müsste auch eine älteren Quote, eine ehemals Langzeitarbeitslosenquote usw in betracht ziehen. So gesehen eine diskussionswürdige idee. Wenn wir schon in die Personalentscheidungen von Unternehmen eingreifen, dann ist nicht einzusehen, warum wir das nicht generell machen, wenn bestimmte Gruppen benachteiligt werden. interessant das eine solch radikale idee selbst in der CDU Anhänger findet.
31.07.2010, 01:32 UhrAnonymer Benutzer: Tros
Linde-Chef Wolfgang Reitzle bemüht sich redlich, Frauen zu fördern? Na, dann sitzt er ja an der richtigen Stelle, damit endlich ein paar davon auch in den obersten Gremien ankommen? Wenn er das nicht schafft, beweist er nur dass es ihm eben nicht so wichtig ist...und findet dafür Ausreden. Oder Alibi-Projekte - ach ja wie schön, dass sogar Linde bei einem mitmacht.
03.06.2010, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: Joselyn
ich halte das für Quatsch und finde es traurig, dass man versucht, mit Gewalt Frauen in Führungspositionen zu kriegen. Derjenige bzw diejenige, der/die am besten für die Tätigkeit qualifiziert ist, sollte den Job erhalten. Leider wird das nicht umgesetzt. Die Herren in den Chefetagen suchen sich schon lange vorher ihre Nachfolger aus und halten denen natürlich die Hintertür offen, egal ob die nun qualifiziert sind oder nicht. Oder es handelt sich um Leute, die mit beziehungen reinkommen, weil sie mit einer hochrangigen Führungskraft verwandt/bekannt sind, teilweise sogar direkt nach der Ausbildung und ohne berufserfahrung sollen die nun andere Menschen führen. Das habe ich leider nun schon selbst mehrfach erleben müssen. DAS sollte verboten werden.
Frauen sind einfach Frauen. Sie haben einen anderen Führungsstil und eine andere Art mit Problemen umzugehen als Männer, aber nicht weniger effektiv und können genauso Mitarbeiter leiten und viel leisten, darum sollte man ihnen auch eine faire Chance geben und nicht einfach eine "Quotenfrau" irgendwo hinsetzen. Darüber lachen die meisten Frauen genauso wie die Männer auch und nehmen das nicht ernst. Respekt und Anerkennung im beruf muss man sich verdienen und erarbeiten. Sowas kann man nicht durch "Quoten" lösen.