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Unternehmensführung: Warum ein harter Hund als Chef oft besser ist

von Jochen Mai

Jeder zweite Angestellte ist mit seinem Chef unzufrieden. Doch das Verhältnis von Mitarbeitern und Vorgesetzten leidet unter falschen Erwartungen. Und ein harter Hund ist im Zweifel besser als ein Kuschelchef.

Flucht vor dem Chef: Die miese Beziehung zum Boss ist der häufigste Grund, die Mitarbeiter zu kündigen Quelle: Christoph Niemann für WirtschaftsWoche
Flucht vor dem Chef: Die miese Beziehung zum Boss ist der häufigste Grund, die Mitarbeiter zu kündigen Quelle: Christoph Niemann für WirtschaftsWoche

Mitarbeiter und Chefs sind wie geladene Teilchen: Manchmal ziehen sie sich an, manchmal stoßen sie sich ab – und manchmal kommt es zur Kernschmelze.

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Letzteres geschieht in Büros erstaunlich häufig. Weit über die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer ist mit ihrem Boss unzufrieden – in kleinen Unternehmen sogar noch mehr, ergab eine Umfrage des Instituts für Mittelstandsforschung an der Universität Lüneburg.

Keine deutsche Besonderheit. Der Verhaltensforscher Brad Gilbreath von der Indiana-Universität fand etwa heraus: Jeder Zweite hat ein gestörtes Verhältnis zum Chef. Und eine Gallup-Untersuchung zeigt: Die miese Beziehung zum Boss ist der häufigste Grund dafür, dass Mitarbeiter kündigen.

Die Medaille hat jedoch zwei Seiten. Man kann sich darüber mokieren, dass Chefs zu viel tadeln und zu wenig loben, was 61 Prozent der Beschäftigten laut einer Umfrage der Initiative Neue Qualität der Arbeit tun. Doch nicht selten basiert diese Aversion auf zu hohen Erwartungen. Der Chef soll uns fordern und fördern, uns viel bezahlen und im Büro für Spiel, Spaß und Spannung sorgen. Aber welcher Mensch ist dazu in der Lage?

Wer dauerhaft betont, dass er seine Arbeit nur dann erledigen könne, wenn der Boss ihn richtig motiviert, gibt damit indirekt zu, letztlich ein antriebsloser Strolch zu sein.

Mit einem Kuschelchef fährt man keinen Deut besser

Bedrohen, bestrafen, bestechen – all das sind klassische Indizien einer Misstrauenskultur, denn sie basieren, wie der Managementberater Reinhard Sprenger sagt, auf „Fremdsteuerung und Manipulation“. Folglich degradiert die Aussage, dass einer mehr gelobt werden möchte, den Jammerer zugleich zum Esel, der seine Möhre vor der Nase vermisst.

Natürlich soll das keine Entschuldigung sein für wiederkehrende Demütigungen. Machen Sie sich aber umgekehrt klar: Mit einem Kuschelchef fährt man keinen Deut besser.

Es gibt Führungskräfte, die jeder Konfrontation aus dem Weg gehen. Sie verstecken sich hinter einem unbestimmten „man sollte vielleicht…“, statt Klartext zu reden: „Ich erwarte von Ihnen, dass…“ Auf den ersten Blick finden das viele sehr sympathisch. Aber bei genauerem Hinsehen wird klar: Diese Chefs führen nicht, sie verwalten höchstens einen Zustand und dividieren Freundlichkeit von Verantwortung.

In einer Arbeitswelt, die auf Teamplay, Kommunikation und Kreativität basiert, ist ehrliches Feedback aber unverzichtbar. Wie sollen sich die Leute sonst entwickeln können?

Stellen Sie sich eine Gruppe vor, in der ein Mitarbeiter ständig große Reden schwingt, aber kaum etwas umsetzt, während alle anderen für ihn mitschuften. Angenommen, der Boss schweigt – wie lange geht das gut? Über kurz oder lang wird die Luft zum Schneiden sein, und die wahren Leistungsträger werden sich mindestens innerlich verabschieden.

Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter sollten sich klarmachen, dass Chefs nun mal nicht dafür bezahlt werden, einen Sympathiewettbewerb zu gewinnen. Natürlich ist gegenseitige Achtung eine Voraussetzung. Aber Mitarbeiter respektieren ihren Boss auch noch, wenn er ihre Leistung ehrlich und fair bewertet. Wenn sie spüren, dass er das aus Verantwortungsgefühl tut und um sie zu fördern, werden sich die Leistungen nachhaltig verbessern – und auch der Chef an der Auseinandersetzung gewachsen sein.

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10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.05.2011, 18:29 UhrAnonymer Benutzer: Kuscheltier

    Es wird so getan, als ob die Mtarbeitr immer nur gelobt werden wollen. Tatsache ist doch, dass die 50% Unzufriedenen sich darüber ärgern, dass diese Chefs, die harte hunde sind, Urkunden fälschen, Mitarbeiten anlügen und intriegen verbreiten. anderen Fehler anhängen, die sie nur auf deren Anweisung gemacht haben, um im Vergleich besser dazustehen und dass das die üblicherweise anerkannte "Unternemenskultur" ist. Wem das nicht passt der kann gerne gehen.

  • 05.05.2011, 17:15 UhrAnonymer Benutzer: Liebero

    On "Harter Hund" oder "Kuschelchef" ist eigentlich egal solange der Chef für jeden Mitarbeiter überhaupt berechenbar ist, als Chef gemeinsame interessen vetritt und den Mitarbeitern ein VOrbild ist. Da wäre es mir als Unterstelltem herzlich egal. ob "hart" oder "kuschelig". ich als Vorgsetzter bevorzuge die lange Leine, jedoch mit der klaren Ansage, wer der Chef ist. Eigenmächtigkeiten sind tabu, dafür gibt´s bei bedarf eine immer offene bürotür und ein Mobiltelephon. That´s it. Mehr muß nicht sein. Und nein, die Fluktuation in meinem bereich ist quasi "Null" und in meinem Urlaub ruft mich niemals jemand an, weil alle ihre Aufgabe kennen und die Kompetenzen klar geregelt sind. Hat in 10 Jahren als Leitender immer prima geklappt und ob mich meine Mitarbeiter als "harten Hund" oder "Kuschelchef" einsortieren, ist mir herzlich egal, solange wir auf dem nächsten Sommerfest / Weihnachtsfeier noch gemeinsam anstoßen und die Arbeit auch mal Arbeit sein lassen können.

  • 05.05.2011, 16:07 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    @ Unternehmer
    An ihrer Ausdrucksweise erkenne ich,das Sie nur ein Dummschwätzer
    sind !

    Ein Chef zu sein,kann man NiCHT lernen!!!!

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