Vergütung: Systemwechsel im Tarifvertrag

Vergütung: Systemwechsel im Tarifvertrag

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Ein Chemiker prüft die Qualität der Pigmente, mit denen Lack eingefärbt wird.

Wie Arbeitgeber und Gewerkschaften Schritt für Schritt das Leistungsprinzip tariflich verankern.

Als sich die Tarifparteien im öffentlichen Dienst 2007 auf ein neues Vertragswerk einigten, steckte die Sprengkraft im Detail: „Die leistungs- und/oder erfolgsorientierte Bezahlung soll dazu beitragen, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern“, hieß es im neuen Tarifvertrag. Auch Motivation, Eigenverantwortung und Führungskompetenz der Mitarbeiter sollten gestärkt werden. Der Systemwechsel vom Fixgehalt zu variablen, leistungsorientieren Gehaltsbestandteilen und transparenter Vergütung sorgt bis heute für Zündstoff.

Spielraum für Unternehmen

Mitarbeiter tarifgebundener Unternehmen der Chemie- und Metallbranche werden nach Entgeltstufen bezahlt. Die Eingruppierung erfolgt nach Qualifikation und Funktion. Die Gehaltsstufen können um freiwillige, leistungsabhängige Zahlungen ergänzt werden. Die Spielregeln vereinbaren Arbeitgeber und Betriebsrat, die Tarifverträge können je nach regionaler Gültigkeit unterschiedlich ausfallen. So beschreibt etwa das Entgeltrahmenabkommen der Metallbranche (ERA) in Nordrhein-Westfalen zur Eingruppierung neben dem Punkteverfahren Zeit- und das Leistungsentgelt. 20 Prozent beträgt der Spielraum der Unternehmen – ein Mittelwert zwischen den früher fixen Gehältern der Angestellten und den ‧Akkordlöhnen der Arbeiter.

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Stures Denken

Wie viel ein Mitarbeiter verdient, wann es mehr gibt und wann weniger, hängt vor allem davon ab, wie der Mitarbeiter die Vorgaben erfüllt, die er mit seinem Vorgesetzten im Jahresgespräch getroffen hat. Die Beurteilung erfolgt oft auf Grundlage einer schwammigen Systematik. Und mündet nicht selten in eine Auseinandersetzung um Gerechtigkeit und stures Besitzstandsdenken.

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