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Währungsrisiken: Globale Gold- und Geldreserven

von Frank Doll / Andreas Toller

Die Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft langfristig die Inflationsrisiken. Weil viele Staaten die Notenpresse anwerfen, steigt die Bedeutung der Währungsreserven und damit auch der Goldreserven. Analysten sind sich jedoch uneins, was das für den Goldpreis und einzelne Währungen bedeutet.

Die Währungsreserven sind in der Finanzkrise für die einzelnen Staaten wichtig, denn Inflationsrisiko und unterschiedlich hohe Goldreserven wirken auf die Wechselkurse Quelle: ktsdesign - Fotolia.com
Währungsreserven in der Finanzkrise: Inflationsrisiko und unterschiedlich hohe Goldreserven wirken auf die Wechselkurse Quelle: ktsdesign - Fotolia.com

Die USA brauchen das Ausland mehr denn je zur Finanzierung ihrer gigantischen Defizite. Das besorgte bisher vor allem China, indem es Amerika Geld lieh, mit dem die Amerikaner in China einkaufen gehen konnten. Offiziell häufte China fast 2000 Milliarden Dollar Währungsreserven an, das meiste davon (gut 70 Prozent) gehalten in US-Dollar. Doch der Boom ist vorbei, die Weltwirtschaft kollabiert, die chinesischen Exporte brechen ein. Zugleich ziehen Investoren Geld aus China ab, weil sie den in Peking verkündeten Wachstumsraten nicht trauen.

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Das allein limitiert den Aufbau weiterer Währungsreserven. Doch daran besteht in Peking auch kein Interesse mehr, zumindest was den Kauf von Dollar angeht. China sorgt sich wegen der US-Schuldenorgie um die Werthaltigkeit seiner Dollar-Anlagen. Mit Rücksicht auf die hohen Bestände versucht es, still aus dem Greenback zu fliehen – solange dem noch Wert beigemessen wird. So tauscht China weltweit Dollar gegen Vermögenswerte, etwa Rohstoffe. In bilateralen Handelsabkommen löst sich China ebenfalls allmählich vom Dollar. Noch hält das fragile Gleichgewicht zwischen den USA und China. Kippt es, wird China Dollar abladen, wo es nur geht.

Devisenreserven nehmen ab

Die Fremdwährungsreserven in der Eurozone sind gefallen. Die Reserven sind nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EVB) in der Woche zum 22. Mai um 18 Milliarden Euro auf 243,5 Milliarden Euro gesunken. Die Bestände des Eurosystems an marktgängigen Wertpapieren in Euro stiegen um 1,9 Milliarden Euro auf 294,7 Milliarden Euro. Der Banknotenumlauf erhöhte sich um 0,1 Milliarden Euro auf 758,2 Milliarden Euro. Die Goldbestände des Eurosystems verringerten sich um 14 Millionen Euro in blieben damit nahezu unverändert. Grund sei der Verkauf von Gold durch eine Zentralbank.

Lesen Sie auf Seite 2 über die Goldreserven der Staaten und inwieweit sie ihren Goldanteil in den Währungsreserven aufstocken müssten, um den internationalen Durchschnitt zur erreichen 

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.05.2009, 12:55 UhrAnonymer Benutzer: Dennis J.

    Gold bildet zwar auch weiterhin einen guten Hedge gegen die inflation, aber bei 1150 USD per ounze sollte das obere Preisniveau erreicht sein.

    interessant waere, was die Wiwo von Silber haelt, das die obere Grenze wohl erst bei 22 USD erreichen sollte - und es steht im Moment bei 15 USD...

  • 28.05.2009, 18:04 UhrAnonymer Benutzer: skeet

    Warum werden die Dollars die für Öl in denn "Arabischen Emiraten" landen nicht aufgeführt... oder haben die zu wenig.. so das es sich nicht lohnt diese zu erwähnen?

  • 28.05.2009, 12:40 UhrAnonymer Benutzer: Mark_o_Polo

    Auch hier wird das Wort inflationserwartung gebraucht. Es ist erstaunlich wie konsequent dies in den Medien falsch dargestellt wird. inflation ist die Geldmengenausweitung minus das Wirtschaftswachstum, d.h. nicht erarbeitete Geldschöpfung. Eine weitere inflationserwartung gibt es zwar auch, aber gemeint ist die Teuerungserwartung, die auf die inflation folgt. Mit dem falschen Gebrauch dieses Wortes wird immer wieder impliziert, dass ev. die auf die inflation folgende Teuerung umgangen werden könnte. Die Zentralbanken und Politiker geben sich zwar enorme Mühe, mit Markt- und Statistikmanipulation die ausgewiesenen Teuerungsraten zu fälschen, aber auf lange Sicht wird sich jede inflation in Teuerung niederschlagen. insofern besteht im Moment eine gewaltige gestaute Teuerungserwartung.

    Dass oft die Wahrscheinlichkeit einer Hyperinflation als gering angesehen wird basiert auf der falschen Annahme dass 50% inflation nur 50% Teuerung entspricht. Hier wird die Rechnung ohne die steigende Umlaufgeschwindigkeit gemacht. Steigen die Teuerungsraten markant, wird alles gesparte Geld auf den Markt geflutet. Dies wird den crack up boom auslösen.

    Der Goldpreis wird in dem Moment wo dieser ganze betrug (die gigantische Geldschöpfung ohne zugrunde liegende Arbeit) auffliegt explodieren. Ganz einfach weil Gold historisch nicht vermehrbares (echtes) Geld darstellt. Gold hat dazu die besten Eigenschaften. Wenn das Vertrauen in die Papierwährungen schwindet, wird Gold wieder Geld, ob das nun den Gutmenschen die mit Schulden (fiat money Schöpfung) Sozialdienste aufrechterhalten wollen passt oder nicht. Setzt man die bestehenden Papiergeldwerte in Relation zur bestehenden Goldmenge ist der Preis etwa 50x zu tief. Dabei ist es egal wie hoch oder tief die Explorationskosten sind.

    Persönlich hätte ich gerne ein anderes Geldsystem, aber die Schuldenwirtschaft wurde übertrieben, und leider glauben die meisten Leute fälschlicherweise sie würden von Zinsen profitieren.

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