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Wall Street: Sorgen über Euro-Zone erschüttern New York

Quelle: Handelsblatt Online

Zunehmende Sorgen vor den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa auf die Erholung der Weltwirtschaft haben die Wall Street am Donnerstag in die Tiefe gerissen. Alle drei wichtigen US-Indizes schlossen mehr als 3,5 Prozent tiefer. Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fügten sich in das trübe Bild ein. Auch der Kurssturz beim Rohöl beschleunigte sich am Abend.

Sorgenvolle Blicke nach Europa: An der Wall Street herrscht die Angst vor dem Griechenland-Virus. Quelle: ap
Sorgenvolle Blicke nach Europa: An der Wall Street herrscht die Angst vor dem Griechenland-Virus. Quelle: ap

HB NEW YORK/LONDON. Eine Reihe schlechter Nachrichten aus Europa, die vom in Deutschland kurzfristig erlassenen Verbot bestimmter Leerverkäufe bis hin zur Lage in Griechenland reichten, verunsicherten die New Yorker Märkte weiterhin zutiefst. Bei den Anlegern setze einfach Angst und Panik ein, sagte BTIG-Marktstratege Mike O'Rourke. "Eines der Probleme ist, dass die europäischen Politiker im Umgang mit der gesamten Krise einen sehr schlechten Job gemacht haben." Die schwache Antwort auf die Turbulenzen habe das Vertrauen der Investoren zusätzlich untergraben.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte rutschte 3,6 Prozent ab auf 10 068 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 10 065 und 10 440 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index brach 3,9 Prozent ein auf 1071 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq stürzte 4,1 Prozent ab und notierte bei 2204 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax zwei Prozent tiefer mit 5867 Punkten.

Die mit dem deutschen Vorstoß verbundenen Regulierungssorgen trafen vor allem den Banken- und den Rohstoffsektor. Der KBW-Banken-Index büßte mehr als fünf Prozent ein, der S&P-Energie-Index 4,4 Prozent. "Die Leute haben Angst, dass es zu einer neuen Liquiditätskrise kommen könnte, die allen weh tun würde, von Aktien bis Rohstoffen", sagte der Chef von John Thomas Financial, Thomas Belesis.

Für schlechte Stimmung sorgte auch die erstmals seit Anfang April wieder eingetrübte Lage am US-Arbeitsmarkt. Insgesamt meldeten 471 000 Menschen in der Woche zum 15. Mai zum ersten Mal Ansprüche auf Arbeitslosengeld an. Das sind 25 000 mehr als in der vorangegangenen Woche. Analysten hatten aktuell mit 440 000 gerechnet.

Zu den Dividendenpapieren, die im Dow am meisten Federn lassen mussten, zählten Industrie-Schwergewichte. Die Titel von Caterpillar verloren 4,5 Prozent, die von 3M 3,5 Prozent. Hart getroffen wurden die Aktien von Sears Holdings mit einem Minus von knapp elf Prozent. Börsianer stießen das Papier ab, nachdem der Einzelhändler einen Gewinnrückgang um 38 Prozent ausgewiesen hatte. Der weltgrößte Chipausrüster Applied Materials machte zwar trotz Rückschlägen beim Verkauf von Solar-Produkten wieder Gewinne. Dennoch entwickelte sich die Aktie mit dem Markttrend und gab 2,5 Prozent nach.

Als einer der wenigen Gewinner entpuppten sich die Papiere der Haushaltswaren-Kette Williams-Sonoma mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent. Die Firma übertraf mit ihrem bereinigten Ergebnis für das erste Quartal die Markterwartungen deutlich.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,12 Mrd. Aktien den Besitzer. 160 Werte legten zu, 2983 gaben nach und 32 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,31 Mrd. Aktien 221 im Plus, 2524 im Minus und 50 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 43/32 auf 102-13/32. Sie rentierten mit 3,216 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 84/32 auf 104-26/32 und hatten eine Rendite von 4,094 Prozent.

Preissturz bei Rohöl beschleunigt

Auch der Kurssturz bei Rohöl beschleunigte sich wegen der europäischen Schuldenkrise am Donnerstagabend. Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte WTI zur Lieferung im Juni brach zeitweise um fast acht Prozent auf 64,24 Dollar je Barrel (159 Liter) ein, erholte sich dann aber wieder bis auf 66,60 Dollar. Der Kontrakt läuft an diesem Donnerstag aus. Händler sagten, die Schuldenprobleme einiger europäischer Länder hätten die Nachfrage nach Öl und die Risikobereitschaft der Investoren gedämpft.

Anfang Mai hatte Rohöl noch 87,15 Dollar gekostet. Schwache Arbeitsmarktdaten weckten zudem Sorgen, die USA als weltgrößte Ölverbraucher könnten mittelfristig weniger von dem Rohstoff benötigen. Brent kostete mit 71,07 Dollar 3,6 Prozent weniger als am Vortag.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.05.2010, 19:10 Uhr2bb3 (Code unten rechts)

    bravo! Endlich tut die Gurkentruppe was und beeindruckt den Markt (sinkende Zinsen für die Schuldenschurken) schon wird der Untergang des Finanzplatzs Deutschland beschworen und im gleichen Atemzug betont, dass die Spekulationsufos in anderen Ländern sitzen. Das nenne ich schizophren. Als einzige Krise, sehe ich die Krise der Presseberichterstattung, die alles aufbauscht und jeden noch so hohlen "Finanzexperten" zitiert, der bereit ist panik zu blasen, anstatt mal einen konstruktiven beitrag abzugeben. Die Hure Politik lässt sich leider zum Zuhälten Medien treiben, anstatt die Hetzblätter zu übergehen.

  • 20.05.2010, 18:53 UhrThomas

    @ef-leser

    ..wirklich sehr schön kommentiert, habe mich eben fast totgelacht. Mein Kompliment!

  • 20.05.2010, 18:20 Uhref-leser

    "Das Verbot von Leerverkäufen durch die schwarz-gelben Sozialisten fordert weltweit Hohn und Spott heraus. So erklärte die FT heute, Merkel solle doch anläßlich der Fußball-WM den Gegnern einfach das Toreschießen verbieten.
    Sieht man genauer hin, dann erkennt man leicht: da tobt in berlin zudem ein brutaler Machtkampf. Merkel, das spürt nicht nur das Volk, ist völlig überfordert. Sie hat eine Mannschaft aufgestellt, von der Ministerriege bis in die Ministerialbürokratie hinein, die nur einem Zweck dient: Machterhalt. Diese Leute sind völlig unfähig.
    beispiel Finanzministerium: Unter dem völlig überforderten und gesundheitlich massiv angeschlagenen Finanzminister dient eine der umstrittensten Personen des berliner Laientheaters. Staatssekretär Jörg Asmussen, SPD-Mann, Keynesianist und Sozialist vor dem Herrn. Merkels Mann in Schäubles Ministerium. Nichts geht da ohne Asmussen. Der Sozialist hat das Sagen. Ein kranker Schäuble ist da nur hilfreich.
    Das fetteste Ministerium von allen, das 150 Milliarden schwere Wohltätigkeitsministerium, wird ausgerechnet von der Low-Performerin und Merkel-Amiga von der Leyen geführt. Wenn die den Mund aufmacht, setzt bei den Denkenden das Würgen ein. Jede Menge Klassenkampf-Ministeriale drängen sich dort an die Futtertröge. Geballte inkompetenz inbegriffen.
    im Volkshochschulministerium machte sich Suppentellergesicht Schavan breit. Keine Ahnung von nichts.
    im Umweltministerium haust ein absolut hochgradig ökologistisch konditionierter Vollpfosten, dessen Ziel die Transformation der industriegesellschaft in eine Kräutergartengesellschaft ist.
    Und so geht das weiter. Merkel hat zwar die Macht so erstmal abgesichert, denn keiner von ihren Dummköpfen kann ihr derzeit gefährlich werden. Das klappt, solange in der politischen Schönwetterperiode Entschlußkraft und Können keine besonders gefragten Eigenschaften sind. in der Krise funktioniert aber das System Merkel nicht mehr. Das zeigt sich jetzt."

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