Weblog "Gründerraum": Dodo: Wer braucht noch eine Community?

Weblog "Gründerraum": Dodo: Wer braucht noch eine Community?

Die schöne Hype-Zeit der sozialen Netzwerke ist vorbei. Die Begeisterung der Nutzer nimmt ab, die Werbekunden sind enttäuscht. Wer sich jetzt noch mit einem Social Network auf den Markt traut, braucht extrem gute Nerven, viel Geld oder eine verdammt gute Idee. Ansonsten sollte man es sofort lassen.

Die Gründer von Dodo haben von allem ein bisschen. Ihr neues Reiseportal, das jetzt frei zugänglich ist, richtet sich an Individualreisende. Also Backpacker, Aussteiger oder Menschen, die einfach keinen Bock auf ein vorgefertigtes Reiseprogramm haben, sondern fremde Kulturen auf eigene Faust entdecken wollen und die bereit sind, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Dodo will Menschen begeistern, die auf der Grenze zwischen Indien und Nepal wandern wollen und einen vertrauenswürdigen Reiseführer suchen oder die wissen wollen, wie man am besten eine Tour von Kiew auf die Krim organisiert.

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Aber solche Tipps findet man längst anderswo im Netz. Das ist ein Problem für Dodo. Unter Reisenden hat sich etwa das Forum vom Backüpacker-Reiseführer Lonely Planet etabliert oder die Community Virtual Tourist.

Dodo will, und das überrascht wenig, auf den Austausch setzen: Nutzer können Reisetipps, Routen oder sonst was miteinander abgleichen. Mit diesem Community-Gedanken will sich das Startup von vielen anderen Reiseportalen absetzen. Bald soll es auch Facebook-Applikationen geben und eine Reihe von Funktionen, über die man noch nicht sprechen könne.

Ist ganz hübsch gemacht die Seite, sehr übersichtlich und schlicht. Viel übersichtlicher zum Beispiel aks Virtual Tourist. Nun fehlt nur noch das Leben auf der Plattform. Erst wenn viele hundert Berichte zu Dutzenden Zielen zu finden sind, dann wird man auf der Seite länger bleiben, als ein paar Minuten.

Zumindest, dass es ihnen gelingt, Besucher auf die Seite zu bringen, scheint gar nicht einmal unmöglich. Die Gründer Axel Lehmann und Daniel Hoffmann sind schon einmal erfolgreich in einen besetzten Markt eingestiegen. Sie haben 2004 Transparent aus dem Boden gestampft, ein Portal zum Vergleichen von Versicherungen, das heute 30 Mitarbeiter beschäftigt Ob ihr Geschäft „hochprofitabel“ ist wie sie sagen, kann ich nicht nachprüfen.

Wenn Dodo nicht gleich durch die Decke geht, haben wir "den finanziellen Atem, das Portal länger mit unserem übrigen Geschäft zu alimentieren“, sagen die Gründer. Bis zu einer niedrigen siebenstelligen Euro-Summe wären denkbar.

Was man aber nachprüfen kann: Sie sind geschickt mit Suchmaschinenoptimierung, mit ihren Versicherungs-Portalen haben sie es bei schwierigen Suchbegriffen auf die vorderen Googel-Plätze geschafft.

Mit Suchmaschinenoptimierung wollen sie nun ein zweites Mal erfolgreich sein. Ihr Ziel: 10.000 bis 20.000 Nutzer bis Ende des Jahres. Und wenns dann klappen sollte: Geld wollen sie mit Provisionen für Hotelbuchungen und so weiter verdienen oder zum Partner für bestimmte Ausrüster werden.

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